Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)
Gaál, I.: Das Klima des ungarischen Moustérien im Spiegel seiner Fauna
es als -ein- wahrscheinlich erscheinen, daß. die Karpaten-Kette selbst während des Diluviums solche Relikt-Stätten und Relikt-Arten in noch bedeutend größerer Anzahl besessen haben dürfte. Wenn aber diese Annahme zu Recht besteht, so kann das im Bükk-Gebirge festgestellte, gemeinsame Auftreten von Steinbock, Gemse, oder das der Zirbel und einer überwiegenden Anzahl wärmeliebender Arten wohl am besten und auch am natürlichsten dadurch erklärt werden, daß wir sie als Relikt-Arten bezeichnen. Bezüglich des Klimas ist immer der übereinstimmende Charakter der überwiegenden Mehrheit der Fauna und Flora maßgebend. Wenn z. B. an einer Stelle Zirbel und Pinns mont ana die dominierenden Baumarten, waren, bezw. wenn dort ein für diese Bäume entsprechendes Klima herrschte, so konnten dort neben einem Massen vorkommen von Polarfuchs, Schneehase, Lemming. Moschusochs. Ur-Karibu. Vielfraß, Sehneehuhn und anderen arktischen Arten höchstens ausnahmsweise nur ganz vereinzelte Exemplare von Löwen, Hyänen und Panthern auftauchen. Umgekehrt mußten aber die Wälder den Charakter von Laubwäldern besitzen, wenn in ihnen große Scharen von Löwen. Hyänen und Panthern lebten. Wenn wir also die Tatsache nicht aus den Augen verlieren, daß die bisher besprochenen Abschnitte des Moustérien (ausgehend von Krapina) einem Interglazial angehörten und daß das Gesamtklima zum überwiegenden Teile mild (subtropisch), ja sogar zeitweise warm (antiglazial) war. so kann die Zirbel im Spät-Mousterien des Biikk-Gebirges kaum als ein Vorbote (!?) angesehen werden, oder gar als ein Anzeichen eines Überganges, ganz abgesehen davon, dafi gerade dieser Nadelbaum für mehr spricht, als für einen Übergang. Die einzige annehmbare Erklärung besteht darin, dafi solche Tier-, oder Pflanzenarten eben Relikte der vorangehenden Fiszeit darstellen. Wir können uns nun leicht vorstellen, dafi der Urmensch (Homo primigenius) bei der Jagd auf den von der letzten Eiszeit (Riss H) im Bükk-Gebirge als Relikt zurückgebliebenen, verhältnismäßig leicht zu erlegenden Steinbock seine ziemlich gewichtige Beute (75—100 kg!) wahrscheinlich unterstützt von einem Jagdgefährten auf einem improvisierten Schlitten, der aus abgebrochenen Zweigen der an der gleichen Stelle lebenden Relikt-Zirbel hergestellt wurde, in seine Höhle schleifte. (Die Stangen dieses Schlittens werden dann später vielleicht zum Unterhaben des Feuers verwendet, wodurch die verhältnismäßig große Häufigkeit der Zirbel-Reste ihre Erklärung finden könnte.) Dieser Gedankengang führt also zu dein Schluß, daß das Klima des Spät-Mousterien von Ponor-Ohába (1.