Rotarides Mihály (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 34. (Budapest 1941)

Kretzoi, M.: Sirenavus hungaricus n. g., n. sp., ein neuer Prorastomide aus dem Mitteleozän (Lutetium) von Felsőgalla in Ungarn

eine beginnende Reduktion der letzten Molaren zu vermerken, was den Verhältnissen bei Prorastomus, bei welchem die Molaren nach hinten zu an Größe ständig zunehmen, scharf gegenübersteht. Alle diese Unterschiede veranlagten mich, die ungarische Form als tien Vertreter einer mit Prorastomus eng verwandten, jedoch gene­risch trennbaren Gruppe zu betrachten. Mit den übrigen Sirenen des Alttertiärs verglichen, ergeben sich folgende Resultate. In der Ausbildung der Nasaha besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit Prototherium sowie mit Eotheroides, doch sind an beiden For­men die Spuren einer abweichenden Spezialisation schon allzugut sichtbar. In allen übrigen Merkmalen ist der Unterschied so groß, daß ein weiterer Vergleich unnötig ist. In der seitlich weit ausladenden Form der Proc. postorbitales erinnert Sirenavus einigermaßen an Halitherium, Manatherium und Trichechus. Doch ist dieses Merkmal von keinem systemati­schen Wert, da es überall vorkommt, wo die hintere Abgrenzung der Orbitae im Laufe der Phylogenie infolge der Verlagerung der Kau­muskulatur zu einer mechanischen Notwendigkeit geworden ist. In Zusammenhang mit Spezialfällen der Temporalis-Masseter­Evolution steht auch die form der Schädeldachfläche. Im allge­meinen bildet sich bei den Sirenen eine von meist parallel verlau­fenden Temporalkanten umgrenzte glatte Sagittalfläche mit einer Lambdoidaleinsenkung aus. Bei Halitherium und z. T. auch bei Manatherium biegen sich diese Temporalkanten gegeneinander so weit ein, daß sie in der Mitte eine Art Sagittalkamm bilden, wo aber die Lambdoidalvertiefung noch immer deutlich hervortritt. Bei Sirenavus (und Prorastomus) ist dagegen ein primärer Sagittal­kamm entwickelt, ohne Spuren einer Lambdoidaleinsenkung, was sie auch in dieser Hinsicht von allen übrigen Sirenen aufs deut­lichste abtrennt. Bemerkungen über die Taxonomie und Stammesgeschichte der Sirenia. Über den Umfang der Ordnung Sirenia sind die Forscher, seit­dem die Desmostylia ihre große Wanderung im System von den Proboscidiern hinunter bis zu den Monotrematen und wieder zurück zu den Sirenen beendeten, wo sie anscheinend endgültig ihren Platz gefunden haben, ziemlich einig. Kleine Streitfragen in Bezug auf

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