Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 27. (Budapest 1930-1931)
Kormos, T.: Desmana thermalis n. sp. eine neue präglaziale Bisamspitzmaus aus Ungarn
Nach der Analogie des heutigen südrussischen Desmans urteilend, muss auch die ausgestorbene Desmana thermalis eine exklusiv aquatile Lebensweise geführt haben. Das beweisen auch ihre abgeplatteten Metatarsalknochen, wogegen der Bau ihres Oberarmknochens gleichzeitig die fossoriale Tätigkeit der vorderen Extremität signalisiert. Das ist wohl eine Anpassung, die sämtlichen Bisamspitzmäusen eigen ist und welche diese interessanten Tiere, wenn auch in weniger extremer Weise, wie dies für Talpa charakteristisch ist, als fossoriale Tiere kennzeichnet. Die Bisamspitzmäuse lieben stehende oder langsam iiiessende Gewässer, bauen sich in den Ufern lange Gänge, deren Mündungen stets unter Wasser, die Wohnräume aber entsprechend höher gelegen sind, derart, dass das Wasser auch bei hohem Stand nicht in diese eindringen kann. Schade, dass das interessante Tier in den Thermen von Püspökfürdő die Eiszeit nicht überleben konnte. Das zwischen den prachtvollen Seerosen herumschwimmende „lebende Fossil" würde heute auf den Paläobiologen eine grössere Anziehungskraft ausüben, als Nymphaea thermalis und die altertümlichen Melanopsiden.