Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)

Pongrácz, S.: Die fossilen Insekten von Ungarn, mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der europäischen Insekten-Fauna

ScuDDER auf gewisse Beziehungen europäischer und amerikanischer Arten hinwies, und alsdann später HANDLERS CH die Arten HEER'S einer Revision unterzog. Hiedurch gelang es ihm in mehreren Gattungen der radobojischen Fauna Arten festzustellen, welche nordamerikanischen Gruppen, wie Stero­poides, Scyllina, Dissosteira etc. einzureihen waren. Als ich nun im ver­gangenen Jahre in die angenehme Lage kam, die alten Sammlungen des Wiener Staatsmuseums und der Geol. Rundesanstalt durchzuprüfen, gelang es mir die Zahl dieser Elemente durch die Feststellung der Protopalto­themis, Platycheirus, Pardalophora, Eodecticus, zu bereichern, Glieder ame­rikanischer Fauna, die HEER einst noch mit dem Namen Libellula, Syr­phus und Oedipoda bezeichnete, ohne eine Beschreibung derselben hinter­zulassen, und die uns weitere wichtige Aufschlüsse über die Herkunft unserer Fauna gewähren. Hat die vergangene Insektenfauna mit der Insek­tenwelt Nordamerikas viel gemeinsames, so ist die Annahme berechtigt, dass ein reichlicher Faunenaustausch zwischen Nordamerika und Eurasien in früheren Perioden erfolgte. Es wäre nunmehr festzustellen, zu welchen Zeiten sich dieser Austausch abspielte. Diese äusserst wichtige Frage kann sich nur auf die Annahme von Landbrücken stützen. Ob sich solche noch zur Tertiärzeit zwischen Nordamerika und Nordeuropa erhalten haben, dafür können einstweilen keine erzwingenden Beweise erbracht wer­den, es ist aber ganz sicher, dass eine landfeste Verbindung zwischen Nordamerika und der nördlichen Hälfte des eurasiatisehen Kontinentes noch während der Kreide vorhanden war. Somit liegt uns nahe anzu­nehmen, dass schon zu dieser Zeit ein Austausch der Faunen beider Kontinente erfolgte. In welcher Richtung dieser Austausch vor sich ging, ob also das europäische Festland, oder vielmehr Nordamerika als Entwicklungszentrum aller Insektenformen zu betrachten wäre, bleibe einstweilen dahingestellt. Die phylogenetische Entwicklung vieler Formengruppen weist jedoch darauf hin, dass wir als solche Entwicklungszentren verschiedener Arten sow T ohl den nördlichen Teil Europas, wie auch Nordamerika betrachten können, und dass solche sogar auf diesen ungeheuren Landrücken zu verlegen sind, der heute den grössten Teil Asiens einschliesst, zur Zeit der Kreide aber auch mit Nordamerika in Verbindung trat. Schon dadurch gewinnt diese geologische Periode immer mehr an Bedeutung für die Entstehung der rezenten Fauna. Schon damals dürfte sich aus den jurassischen Formen ein, an neuen Formen ungemein reiches Insektenleben entfalten, zu einer Zeit, als aber Mitteleuropa noch grösstenteils überflutet war. Somit können wir der Annahme nicht ausweichen, dass die Besiedelung der Insekten­welt des mitteleuropäischen Gebietes, naturgemäss auch des ungarischen

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