Csiki Ernő (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 25. (Budapest 1928)
Gerschik, E.: Morphologische Studien an der Zunge einiger Tagraubvögel aus den Gattungen Accipiter, Buteo und Circus
Suchen wir zum Schluss die verwandschaftlichen Beziehungen der 3 Gattungen auf Grund des untersuchten Materiales festzustellen, so finden wir aus der Struktur der Zungenkernspangen und Zungenbeinkörper folgernd, dass die Gattungen Circus und Buteo einander näher stehen, als die Gattung Accipiter. Eine generische Trennung des Habichts (Astur) vom Sperber (Accipiter) lässt sich auf Grund des Zungengerüstes nicht durchführen, ebensowenig die generische Trennung des Rauhfussbussards (Archibuteo) vom Mäusebussard (Buteo). Diese Resultate befinden sich in Übereinstimmung mit der Ansicht HARTERT'S, der Astur von Accipiter und Archibuteo von Buteo aus anderen Gründen generisch nicht trennt. Obige Untersuchungen sprechen dafür beredt genug, dass auch der Zunge ein gewisser taxonomischer Wert nicht abzusprechen ist. Nur darf man nicht, wie LUCAS und neuerlich GARDNER aus der äusseren Gestalt der Zunge ihren taxonomischen Wert beurteilen wollen, was natürlich zu negativen Schlüssen führen muss. Um den taxonomischen Wert der Zunge richtig zu beurteilen und verwerten zu können, muss man dieselbe mit ihren Muskeln, Nerven, Gerüst gründlich durchanatomieren. Gewiss hat sich die Zunge der Nahrungsaufnahme angepasst, wenn man sie aber in dem hier gegebenen Sinne untersucht, wird man Bausteine finden, die auch bei taxonomischen Fragen entsprechend verwertet werden können. Keineswegs will aber der Zunge hier der Wert eines „Artkriteriums" beigelegt werden. Die Zeiten, in welchen man in einzelnen Organen „Artkriterien " gefunden zu haben meinte, sind wohl für immer vorüber! Für .die Kenntniss des Zungenkerns war es interessant zu erfahren, dass es grosse Gruppen gibt, bei welchen die Spitze zeitlebens knorpelig bleibt. Unterschiede zwischen çfçf und ÇÇ derselben Form wurden an der Zunge nicht gefunden, ausgenommen die etwas grösseren Masse der Ç9» welche sich aus der sonstigen Grösse letzterer gegenüber den cfcf leicht erklären. Literatur. ANTONY M. : Über die Speicheldrüsen der Vögel. (ZooL Jahrb. XLI. Abt. f. Anat., 1920). BEDDAED F. E. : On the Modifications of Structure in the Syrinx of the Accipitres, with Remarks upon other Points in the Anatomy of that Group. (Proc Zool. Soc. London, 1903). CUVIEB, G. : Leçons d'anatomie comparée. Ree. et publ. p. DUMERIL et G. DUVERNOY. Tome IV. Paris, 1835.