Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)
Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus
Jahre 1921 publizierten Ausführungen über die gegenseitigen phyletischen Beziehungen der R. esculenta-F'ormen nun noch ergänzt werden. Das Prinzip der in diesem Abschnitte behandelten phylogenetischen Entwickelung des Prähallux dürfte am treffendsten durch vorstehende Tabelle veranschaulicht werden, die aber, ich will es wiederholt nachdrücklich betonen, betreffs der als Repräsentanten der einzelnen Stadien angeführten Formen bloß als eine phyletische Stufenreihe (im Sinne OTHENIO ABEL'S), und keineswegs als eine euthygenische Reihe (Ahnenreihe) aufgefaßt werden darf. Diese Tabelle betreffend sei noch bemerkt, daß der Punkt der Abzweigung der zu Stufe III in Reihe A führenden Linie, eben der noch ungeklärten Segment-Frage zufolge, nicht präzis angegeben werden kann, da Stufe II bereits einen segmentierten Prähallux aufweist, während es viele Mitglieder der Stufe III in Reihe A gibt, welche einen unsegmentierten Prähallux besitzen, anderen gegenüber, die eine Segmentation dieses Elementes aufweisen. Ich glaube, daß es mir gelungen ist, in der graphischen Darstellung diesbezüglich nichts zu präjudizieren. Wie es aus den obigen Feststellungen und, in aller Kürze, auch aus der vorhergehenden, die phyletischen Etappen des Prähallux darstellenden Tabelle klar hervorgeht, können bei den verschiedensten Vertretern des Anurenstammes dieselben Prähalluxtypen vorgefunden werden, während ganz nahe verwandte, derselben Gattung, ja sogar derselben Art angehörende Formen im Baue ihres Prähallux zuweilen beträchtliche Unterschiede aufweisen. Wir haben gesehen, daß diese Unterschiede, resp. Ähnlichkeiten im Baue des Prähallux in erster Linie auf ethologische und oekologische Momente zurückzuführen sind, welche für die Entwickelung und Spezialisation des besprochenen Elementes durchweg entscheidend wirken. Damit hat nun der Prähallux bei einer jeden restringierten Gruppe, ich möchte sagen bei einer jeden systematischen Form, seine eigenartige Evolution durchgemacht, so daß in ihm das LAMARCKsche Prinzip der Adaptation, des Gebrauches und Nichtgebrauches, und der Vererbung erworbener Eigenschaften zu seinem glänzendsten Ausdrucke gelangt. Und aus all' dem geht nun auch das mit unerbittlicher Logik als ein unantastbares biologisches Positivum hervor, daß die Beschaffenheit des Prähallux im allgemeinen, von einzelnen, stets kinetomechanisch begründeten Ausnahmefällen (vgl. z. B. Bufo und Hyla) und von ganz primitiven Formen (Discoglossidae) abgesehen, keinen phyletisch-systematischen Wert besitzt, denn die hierin bestehenden Ähnlichkeiten sind — im allgemeinen — nur Parallelismen,