Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 22. (Budapest 1925)
Fejérváry, G. J.: Die phyletische Bedeutung des Prähallux und vergleichend-osteologische Notizen über den Anuren-Tarsus
Fersenhöckers, erweisen sich diese drei Formen ungemein fortgeschrittener als subsp. ridibunda, mit ihrem auffallend kleinen, der I. Zehe unmittelbar anhaftenden und hiedurch einer selbständigeren Bewegung resp. einer „höheren" Funktion unfähigen inneren Fersenhöcker. Diese Feststellung ist klar und absolut einwandfrei, aber: der Anpassungstyp des Prähallux ist bei subsp. ridibunda ein anderer als bei den übrigen drei esculenta-F ormen ! Und dies ist, in Bezug auf die phyletische Verkettung dieser vier miteinander sonst so engverbundenen und daher in systematischer Hinsicht in den Bereich derselben Art zu zählenden Formen, ein Beispiel, zu dem ich, offen gestanden, momentan kein Gegenstück zu finden wüßte. Während E. escidenta L. s. str., var. meridionalis und subsp. chinensis jener Evolutionsreihe angehören, welche ich mit A bezeichnet habe, gehört subsp. ridibunda der Reihe B an, in welcher sie eine primitive, wahrscheinlich epistatisch fixierte Form der IV. Entwickelungsstufe darstellt. Und diese Tatsache führt nun naturgemäß zur Frage: ist die Segmentation des Prähallux bei subsp. ridibunda ein ursprüngliches Erbstück, welches bereits der gemeinsamen esculenta - U r f o r m eigen war, oder ist es eine Speziale rwerbung desjenigen Entwickelungsastes, welcher heutzutage in subsp. ridibunda ausläuft? Diese Frage kann derzeit noch nicht beantwortet werden. Im ersten Falle würde die Ungegliedertheit des Prähallux bei E. esculenta L. s. str., und wohl auch bei subsp. chinensis, eine sekundäre, durch Fusion seiner Elemente entstandene Erscheinung darstellen, und das eventuelle Auftreten eines gegliederten Prähallux bei B. esculenta L. s. str. könnte dann als Atavismus gedeutet werden, 1 Würde es sich hingegen um eine Spezialerwerbung von ridibunda handeln, so könnte diese Unterart in Bezug auf die osteologische Beschaffenheit ihres Prähallux nicht als ancestral hingestellt werden, sondern als ein in dieser Hinsicht eigens entwickeltes Glied der Art, das zwar als direktester Abkömmling der esculenta-Xjuoi-m zu betrachten ist, und somit als geradliniger Endpunkt des esculenta-Stümmes auch heutzutage den ursprünglichsten Vertreter der in Rede stehenden Formen-Gruppe repräsentiert, hinsichtlich seiner Ethologie aber in der geologischen Vergangenheit andere Wege gewandert ist als die übrigen drei Formen. Die Feststellung des phyletischen Alters und der allgemeinen morphologischen Gesetztheit von ridibunda würde natürlich auch durch eine solche Sachlage nicht berührt werden. Durch diese Bemerkungen mögen also meine im 1 Es würde sich lohnen, diesbezüglich auch ontogenetische Untersuchungen anzustellen. Betreffs der äußeren Form des Fersenhöckers habe ich bei R. esculenta L. s. str. bereits auf atavistische, resp. Rekapitulalions-Erscheinungen hingewiesen (vgl. op. cit. p. 15).