Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 9. (Budapest 1911)
Méhely, L.: Systematisch-phylogenetische Studien an Viperiden
200 L. V. MÉHELY kann ich leider diese Trennung -— in Ermangelung eines ausreichenden Materials — nicht in überzeugender Weise durchführen. Die Form der Abruzzen kennen wir vor Allem aus B ONAPARTE'S Beschreibung und Abbildung, die sich auf ein anscheinend junges Thier beziehen. Ein Exemplar, angeblich der BoNAPARTE'sc-he Typus, befindet sich im Museum zu Philadelphia, welches von C OPE ebenfalls für jung betrachtet wird («In its light colors, our specimen partakes of the character of a young animal»). 1 Ferner befinden sich in meinen Händen zwei Stücke ( cf , $ ) vom Gran Sasso aus dem Turiner Museum, die ich ebenfalls für jung ansehen muss (Totallänge des messbaren Männchens 303 mm.). Somit scheinen alle bekannten Stücke jung zu sein und wenn dies thatsäehlicli der Fall ist, so kann diese Form von der Tieflandform kaum getrennt werden, da sich in der Collection des Herrn Prof. WERNER ein juveniles Männchen von Laxenburg befindet, welches denen vom Gran Sasso äusserst ähnlich ist. Falls jedoch die italienischen Stücke erwachsen sein sollten, was sich vorläufig nicht mit Sicherheit entscheiden lässt, müsste die ungarische und österreichische Tieflandform als eine besondere Unterart abgetrennt, respective meine rákosiemis restituiert werden. Angesichts dieser Sachlage muss ich mich darauf beschränken, die hauptsächlichsten Charaktere der italienischen Form anzuführen und ferneren Untersuchungen anheimsteHen darüber zu entscheiden, ob die von mir hervorgehobenen Eigentümlichkeiten auch bei Stücken wiederkehren, die sich bestimmt für erwachsen erweisen. Bezeichnend für die Form der Abruzzen ist ausser der geringen Körpergrösse die vollkommen flache Schnauze ; das einem Wappenschild ähnliche, sehr lange Frontale (Taf. IV, Fig. 1. /'), dessen Länge den Abstand vom Rostrale beträchtlich übertrifft; Dorsalband hell z i Ulmet b r a u n, an den Ausbuchtungen schwarzgesäumt ; Bückenfeld zu beiden Seiten des Dorsalbandes hell gelblichweiss; Postocularstreifen mit dem Hinterschenkel des Kopfkreuzes hufeisenförmig verbunden (Taf. III, Fig, 1) und beim j auf die Halsseite verlängert; beim d" die mittleren Supralabialia am Hinterrand schwach dunkelgesäumt, beim j auch die Sublabialia kräftiger dunkelgerandet und die Kehlschuppen dunkel besprenkelt ; Unterseite beim cf weiss, am Hinterrand eines jeden Bauchschildes mit etwa sechs schwarzgrauen Flecken, die ziemlich regelmässige Längsreihen bilden, beim y schiefergrau, mit weisslicher Marmelung. 1 Proc. Acad. Philadelphia, 1859, p. 342.