Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 9. (Budapest 1911)

Méhely, L.: Systematisch-phylogenetische Studien an Viperiden

200 L. v. J1ÉHELY als deutliche Unterschiede zu erkennen geben. Das Cranium viscerale ist bei beiden Arten fast genau von derselben Beschaffenheit, das Cra­nium cerebrale hingegen weist deutliche Unterschiede auf, wie dies aus der Ver­gleichung von Fig. 1 und 3 klar hervorgeht. Die Hirnkapsel von V. Ursinii (Fig. 1) fällt hauptsächlich dadurch auf. dass der hinter den Postfrontalien hegende Theil seiner ganzen Länge nach ziemlich gleich­breit und in der Parietalgegend von oben abgeflacht erscheint. Das Praemaxillare ist zwischen den Endpunkten des Proc. maxil­laris etwas breiter als die Nasenkapsel an den Turbinalien. Processus nasalis des Praemaxillare beträchtlich breiter als bei V. marrops. Ein besonderes Interesse verdient das paarige, sehr charakteristisch gebaute 1 Tur­binale ( H UXLEY . OWEN ; Septomaxillare PAR­KER und BETTANY ; Biechbein MECKEL, LEYDIG ; Concha STANNIUS, Ethmoideum D'A LTON , WIEDERSHEIM ; Cornet inférieur CUVIER). Dasselbe ist von ungefähr drei­eckiger Form und lässt ein Mittelstück oder Körper und drei Fortsätze unterscheiden (Fig. 2). Das Mittelstück überdacht das .JACOBSON'sehe Organ und ist auf der Unter­seite zur Aufnahme dieses Organes schalen­artig tief ausgehöhlt. 2 Der vordere, an das 1 Wie ich bereits in einer früheren Arbeit (Weitere Beiträge zur Kenntniss der Archaeo- und Neolacerten ; Ann. Mus. Hung. Till, 1910, p. 220, tab. VI) gezeigt habe, ist das Turbinale bei den Lacerten so charakteristisch gebaut, dass es schon an und für sich die Unterscheidung der Arten ermöglicht. Dasselbe kann ich jetzt für die Schlangen aussagen, bei welchen selbst Schwesterarten auf Grund der Turbinalia mit Sicherheit unterschieden werden können (Vergl. Fig. 2, 4 und 6). Der Vomer ist ebenfalls sehr charakteristisch gebaut, die Unterschiede sind jedoch meist geringer. 2 Diese Aushöhlung wird lateral-, medialwärts und von hinten durch einen genau angepassten Ausschnitt des Vomers begrenzt, so dass die zur Aufnahme des •JACOBSON'sehen Organes bestimmte Knochenkapsel lediglich vom Turbináié und dem Vomer gebildet wird, wogegen bei den Eidechsen auch das Maxillare au deren Bildung betheiligt ist. pm Fig. 1. Cranium cerebrale von Vipera Ursinii BONAP. von oben. Adultes Ç aus Laxenburg. Vergr. 4. co = der dreitheilige Condylus occipitalis, f— Frontale, n=Na­sale, oi=Occipitale laterale, op = Opisthoticum, os — Occipitale superius, mit dem Epioticum verschmolzen, p—Parietale, pf— Praefrontale, pm=Praemaxillare, po p Prooticum, ptf = Postfron­tale, tu — Turbinale. »

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