Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Méhely, L.: Zur Lösung der Muralis-Frage (Vorläufige Mittheilung)

8í> L. v. MEHELY gruppén unterschieden werden. Eine phyletisch ältere, primitivere Gruppe bilden die platycephalen, hingegen eine jüngere, mehr fortgeschrit­tene Gruppe die pyramidocephalen Formen. Die platycephalen Arten scheinen Eelicte einer früheren Erdepoche zu sein, die sich gegenwärtig auf das Mittel- und Hochgebirge beschrän­ken; allem Anschein nach sind aus denselben neuerer Zeit die pyra­midocephalen Arten hervorgegangen, die die Niederungen und das Vor­gebirge bewohnen. Die platycephalen Arten sind meist unansehnlich braun, graubraun oder grünlichgrau gefärbt und schwarzbraun gefleckt, die p tyramidoce­phalen aber bunter, oft lebhaft grün gefärbt und häufig längsgestreift. Das Jugendkleid der ersteren ist gewöhnlich reticuliert, dasjenige der letzteren aber schon mehr oder weniger längsgestreift. Da das unregel­mässige Fleckenkleid mit primitiven Charakteren des Schädels und des Schuppenkleides einhergeht, das längsgestreifte 1 aber an einen hoch­entwickelten Schädel und eine fortgeschrittene Beschuppung gebunden ist, so ist es klar, dass die Längsstreifung nicht die phyleti­sche Ausgangsform kennzeichnet, wie EIMER annahm, 2 sondern gerade die phvletische Endstufe anzeigt. Selbst im Gebaren dieser beiden Gruppen ist ein deutlicher Un­terschied wahrzunehmen. Die platycephalen Arten sind mehr schlaff, weniger flink, scheu aber tölpisch, wogegen die pyramidocephalen Arten elastische, hurtige, mehr aufgeweckte und rauflustige Thiere sind. Der Schädel der platycephalen Arten ist niedrig gebaut, oben platt und relativ schwach incrustiert ; die Nasenlöcher sind gross ; die Lamina superciliaris führt zeitlebens (selbst bei greisenhaften Männ­chen !) eine grosse, häutige Fontanelle; 3 der laterale Theil des 1 Bei der Längstreifung kommt es nicht auf ein dunkles, continuirliche& Temporalband, sondern auf die weissen Supraciliar- und Subocularstreifen an. Ersteres ist auch bei sehr primitiven Formen vorhanden, die letzteren findet man aber nur bei hochentwickelten. 2 Untersuchungen über das Variiren der Mauereidechse. (Arch. f. Naturgesch., XLVII, 1881, p. 310, 318, etc.) 3 Unbegreiflicher Weise ist diese häutige Fontanelle allen früheren Beobach­tern unbekannt geblieben, selbst der so genaue Prof. SIEBENROCK gedenkt nicht derselben, obwohl er auch solche Arten auf ihren Schädelbau geprüft hat, die selbst bei senilen Männchen stets durch eine grosse Fontanelle der Lamina superciliaris ausgezeichnet sind (z. B. Lacerta moaoriensis und oxycephala). Von der Anwesen­heit dieser hochwichtigen Fontanelle kann man sich bei einiger Übung schon am unpräparierten, noch im Fleische befindlichen Schädel überzeugen, wenn man unter dem Präpariermikroskop mit einer Lanzette den mittleren Theil des Discus palpe­bralis betastet. Ist die Fontanelle yorlianden, so fühlt sich der mittlere Theil des Discus palpebralis weich an.

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