Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Zur Lösung der Muralis-Frage (Vorläufige Mittheilung)
Y. ANNALES MU SEI NATIONALIS HUNGARICI. 1907. ZUE LÖSUNG DEE «MUßALIS-FRAGE.» (Vorläufige Mittheilung.) Yon L. v. MÉHELY. (Talel III.) Wie ein Alpendrücken lastet die sogenannte «muralis-Frage» auf dem Gemüthe der Herpetologen. Der von LAURENTI im Jahre 1768 beschriebenen und kenntlich abgebildeten 1 Lacerla muralis wurden im Laufe der letzten Decennien des verflossenen Jahrhunderts etwa 50 Unterarten. Varietäten, Rassen und Localformen angereiht, so dass die als Stamm- und Sammelart aufgefasste Mauereidechse förmlich zu einer herpetologischen Herberge wurde, in welche alle Halsbandechsen Einlass fanden, die eine ziemlich gestreckte Statur, einen pyramidalen oder platycephalen Kopf, einen Schwanz von etwa doppelter Körperlänge, ungefähr bis zu den Achseln reichende Hinterbeine, nur ein Scutum nasofrenale. zwischen den Supraocularia und Supraciliaria eine mehr oder weniger entwickelte Körnerreihe, ein ganzrandiges oder schwach gezähneltes Halsband, körnerartige, schwach oder deutlich gekielte Rückenschuppen, hinten gerade abgestutzte, abgerundete oder winkelig ausgezogene obere Schwanzschuppen, 13 29 Femoralporen und einen unbezahlten Gaumen besitzen. Diese, von Dr. J. v. BEDRIAGA inaugurierte 2 und bald darauf von 1 Specimen medicum exhibens Synopsin Reptilium. Viennae, 1768, p. 162, tab. I, fig. IV. In Ungarn hat sich die Sage erhalten, dass dieses Werk vom ungarischen Universitäts-Professor Dr. J. WINTERL geschrieben wurde. Dies finde ich in altmodischer Schrift vor dem Titelblatt des im Besitze des Ungarischen NationalMuseums befindlichen LAURENTI'schen Buches (Nr. I. 92) vermerkt, ausserdem wird dies auch von J. HANÁK in seiner Geschichte der Zoologie in Ungarn (Az állattan története és irodalma Magyarországon, 1849, p. 44) bestätigt. Ferner lesen wir auch bei FITZINGER (Über die im Erzherzogthume Österreich vorkommenden Reptilien; Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst, 1823, Nr. 120, 121, p. 631): «Diese Abhandlung, welche in späteren Zeiten grosses Aufsehen erregte, wird dem Professor WINTERT, zugeschrieben, der dieselbe während seiner Studienjahre in dürftigen Umständen an LAUKENTI verkauft haben soll.» 2 Beiträge zur Kenntnis der Lacertiden-Familie. (Abh. d. Senckenberg. Ges., XIV, 1886, p. 30, 176.)