Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)
ARCHAEO- UND NEOLACERl EN. 479 Formen (L. < ampeslris. fivmana, sind a. ionica und taurica) die Männchen gestreift-gefleckt, die Weibchen hingegen schon scharf längsgestreift. Da>s phyletische Endglied der Neolacerten erblicke ich in L. peloponesiacamh seinen extrem längsgestreiften Weibchen, den äusserst grossen Temporalschildern. der vollkommen reducierten Körnerreihe zwischen den Supra ocularen und Supraciliaren, dem sehr hoch gebauten Schädel, der vollkommen verknöcherten Supraocularplatte, dem vei kümmerten Supraorbitalknochen, der geschlossenen Reihe von Supraciliarknoclien, einem fast geschlossenen Hautknochenpanzer der Temporalgegend und mit Hautknochen bedecktem Unterkiefer. Herrn BOULENGER'S Auflassung gemäss müsste freilich L. peloponesiMi a für die Ausgangsform dieser Eidechsen gruppe betrachtet werden, wonach die ganze Phylogenese einen direct entgegengesetzten Weg genommen hätte, wofür uns aber durchaus keine Beweise vorliegen. In Anbetracht der gekennzeichneten Entwickelungsweise des Far benkleides wirft sich nun die Frage auf, wie sich der Umstand, dass bei den am meisten fortgeschrittenen Neolacerten nur die Weibchen -charf längsgestreift, die Männchen aber noch entweder reticuliert oder höchstens gestreift-gefleckt sind, mit der seit EIMER eingebürgerten und auch von Herrn BOULENGER vertretenen Anschauung vereinigen lässt, dass «neue Zeichnungstypen bei den alten Männchen hervorgebracht und dann auf die Weibchen und Jungen übertragen werden» ? Für die Beantwortung dieser Frage stehen mir zwar genügende Stützpunkte zur Verfügung, dieselben ei heischen aber eine tiefer greifende Erörterung, weshalb ich hier nur auf Folgendes hinweisen möchte. Erstens erachte ich es für eine unbegründete Annahme, dass neue Zeichnungstypen bei den alten Männchen entstehen, vielmehr glaube ich, dass ein neues Farbmuster immer zuerst von den Weibchen erworben wird, wobei ich aber nicht die durch den Geschlechtsdimorphismus hervorgerufenen Erscheinungen des Farbenkleides, sondern das phyletische, die Art kennzeichnende Farbmuster vor Augen halte. Bei Lact via reti< alata 6ind Männchen, Weibchen, junge und neugeborene Thiere noch durchwegs reticuliert. mitunter kommen aber alte Weibchen vor, die schon ein neues und zwar ein gestreift-geflecktes Farbmuster tragen. Ich besitze ein derartiges Stück aus Vizzavona, bei • welchem das Rückenfeld von vier Längsreihen heller, vorn und hinten mit schwarzbraunen, halbmondförmigen Flecken eingefassten Tropfenflecken eingenommen wird; ausserdem befinden sich auch auf den Rumpfseiten mehrere Längsreihen ähnlicher Augenflecken. Die hellen Augenflecken fallen genau in die bekannten Längszonen der längsge-