Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)

archaeo- und neO lacerl en. 475 Seitenstamm der Wirbelthiere betrachte, der nur an der Wurzel, in der unbekannten Gruppe der Prototetrapoden mit dem Hauptstamme der Tetrapoden zusammenhängt. Da sich aber der Stamm der Tetra­poden durch eine aufsteigende Evolutionsrichtung aus­zeichnet und der Seitenstamm der Fische einer epistati­schen Erniedrigung seiner Organisation sein Entstehen verdankt, halte ich es für höchst unwahrscheinlich, dass die Evolutionsrichtung der Fische auch für die Lacertiden Giltigkeit hätte. Was Herr BOULENGER mit den herangezogenen Schildkröten zu erklären beabsichtigte, ist mir unklar geblieben und die Berufung auf Ckalcides scheint mir auch nicht viel zu sagen. Bei den Scincoiden ist der ganze Schädel samt Unterkiefer mit ziemlich gleichförmigen, Fisch­schuppenähnlichen Hautknochen bedeckt, die nur oben mit dem Schädel­dach fest verbunden sind. Es ist mir völlig unklar, in welcher Weise hier der Schädel mehr oder weniger mit Hautknochen bedeckt sein könnte. Ich glaube hiermit klargestellt zu haben, dass die Erklärung des Herrn BOULENGER rein auf willkürlicher Annahme beruht, die durchaus nicht erwiesen wurde ; nun will ich meine Gründe darlegen, die mich bestimmt haben auszusprechen, dass die platycephalen Lacerten (Archaco­lacertar) die phyletisch ältere Gruppe darstellen, aus welcher neuerer Zeit die pyramidocephalen Arten •(Neolacertae) hervorgegangen sind. Diese Behauptung habe ich durchaus nicht leichtfertig aufgestellt, viel­mehr ist dieselbe das Ergebniss langwieriger und mühsamer Unter­suchungen, die mir nur nach schwerer Drangsal die Einsicht in diese verwickelten Verhältnisse eröffneten. Die Gründe, die mich zu der obi­gen Uberzeugung drängten, sind die folgenden. 1. Die Ontogenie des Lacerten-Schädels beweist, dass der jugendliche Schädel noch glatt, nicht incrustiert ist ; die Proc. parietales gehen ununterbrochen vom Parietale aus ; die Nasenlöcher sind weit ; die Lamina superciliaris ist noch grösstenteils häutig; das Supraorbi­tale ist nur zum kleinen Theil bedeckt ; da der Schädel noch sehr nied­rig ist, legen sich die flachen Parietalfortsätze in breiter Fläche an die häutige Hirnkapsel an und der Proc. ascendens des Supraoccipitale ist ganz unscheinbar; die beiden Postfrontalia hängen nur lose zusammen und die Schläfengegend trägt keine Hautknochen. Dieser Zustand bleibt bei den Archseolacerten zeitlebens fast un­verändert bestehen, bei den Neolacerten hingegen erfolgen schon in den ersten Jahren namhafte Umgestaltungen. Die Schädeldecke wird mit einer derben Crusta calcarea überzogen, durch welche die Parietal­fortsätze vom Parietale deutlich abgegrenzt werden ; die Nasenlöcher

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