Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Loczka, J.: Über Mineralchemie

436 josef loczka Beobachtung, das Studium der Entstehung, der Veränderung und des Zerfalles, mit einem Worte des ganzen Lebenslaufes der Mineralien derzeit hauptsächlich in die Hände der Professoren der Mineralogie niedergelegt ist, so muss ihnen auch Gelegenheit geboten werden, ihre Ideen auf diesem Gebiete auch verwirklichen zu können. Zu diesem Zweck sollte jedem mineralogischen Lehrstuhl ein modern und vollständig eingerichtetes Laboratorium mit wenigstens zwei Chemikern zur Verfügung stehen. Nachstehend möchte ich die Nothwendigkeit der Anstellung von zwei Chemikern begründen. Die Zeit des Mineralchemikers absorbieren grössentheils solche an­scheinend nebensächliche, aber mit seinem Wirkungskreis sehr wesent­lich zusammenhängende Arbeiten, so dass er zu seiner eigentlichen Aufgabe nur den Bruchtheil seiner Zeit verwenden kann. Zu den wichtigsten und unausweichbarsten derartigen Arbeiten gehört die Untersuchung und Beinigung der Beagentien, und dieses ist eine unausbleibliche Pflicht. Die chemische Grossindustrie hat auf dem Gebiete der Beagentien-Darstellung zwar grosse Fortschritte gemacht, aber darum ist sie noch weit davon entfernt, ganz einwurfsfreie und verlässliche Fabrikate herstellen zu können ; und kein Chemiker soll sich dem Glauben hingeben, dass. wenn er seine Beagentien von den verlässlichsten Quellen bezieht, dieselben ohne vorausgehende Unter­suchung auch gebrauchen könne. Öfters enthalten die Beagentien nicht eine, sondern mehrere Ver­unreinigungen, wie dieses KNORRE in dem Ammoniumpersulfat nachwies. 1 Man muss zwar anerkennen, dass einige Beagentien in einwurfs­freier Qualität dargestellt werden, aber dieser Umstand enthebt den Chemiker nicht der Pflicht der Untersuchung seiner Beagentien. Der Chemiker kann nur dann die in der Analyse vorkommenden Fehler auf Beobachtungs- oder Methodenfehler zurückführen, wenn er sich von der Reinheit der angewandten Beagentien überzeigt hat ; in einem solchen Falle kann er den Fehler entweder durch die Unter­suchung der Niederschläge oder durch einen neuen Versuch eliminiren ; wendet er aber ungeprüfte, verunreinigte Beagentien an, so sucht er umsonst nach der Ursache des Fehlers, ausgenommen er prüft nach­träglich die Beagentien. Mit der Frage der Beinheit der Beagentien befasste sich der 1 C. v. KNORRE schreibt, dass das Ammoniumpersulfat immer Bleisuperoxyd, Bleisulfat, Bleisupersulfat und Arsensäure, ausserdem Chloride und Calcium ent­halte. (Chem. Centrbl. 1904. p. 120.)

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