Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Moesz, G.: Adatok az Aldrovanda vesiculosa L. ismeretéhez

über aldrovanda vesiculosa. 391 sondern mit homogenem parenchymatischem Zellgewebe ausgefüllt. (Taf. VI, Fig. 17.) Am Stempel kann man einen oberen und einen unteren Theil unterscheiden, zwischen welchen eine schwache Einschnürung sich befindet. Aus dem oberen Theile entwickeln sich die Griffel, aus dem unteren der Fruchtknoten. Der obere Theil ist so gross als der untere, wäh­rend später der Fruchtknoten beträchtlich wächst und die Griffel sich von demselben scharf absondern. Die Griffel erscheinen anfangs nur als kleine Höcker, an denen man weder den Faden, noch die Narbe bemerken kann. Der ganze Stempel ist übrigens nur ein an der Spitze des Stengels auftretender Höcker, der in seinem Inneren mit homo­genen Parenchymgewebe ausgefüllt ist. (Taf. VI, Fig. 15.) In der etwas älteren Bliithenknospe (Taf. VI, Fig. 19) legen sich die Kelchblätter schon übereinander und die Kronblätter erheben sich schon über den Fruchtknoten. Der Staubfaden ist länger als der Beutel. Im Beutel haben sich die Fächer entwickelt. Der Fruchtknoten hat sich in der Längsrichtung gestreckt, ist innen hohl, aus den nach innen gerichteten Anschwellungen seiner Wand beginnen sich paarweise Samen­knospen zu entwickeln. Eine auffallende Eigenthüplichkeit der Aldrovanda ist die, dass der Blüthen tragende Blattquirl immer mehr Blätter hat, als die übrigen Quirle des Stengels. Während in den gewöhnlichen Quirlen meistens 8, oft Í), selten 7 Blätter vorkommen, pflegen in den Blüthen tragenden Blattquirlen II —17 Blätter zu sein. KORZSHINSKY fand bei der aus dem Wolgadelta stammenden Aldrovanda eben so viele Blätter. Schon KORZSCHINSKY wundert sich, dass man dies bisher an den europäischen Aldrovanden nicht wahrgenommen hat. CASPARY fand einmal an einer ostindischen Aldrovanda einen II blättrigen Quirl, aber er betrachtete dies als Abnormität. Gestützt auf die Untersuchungen KORZSCHINSKY'S bin ich geneigt diese Erscheinung als gesetzmässig zu betrachten, auf keinen Fall als Abnormität. Ich habe viele hundert Exemplare der Aldrovanda von Béty untersucht und deren Blüthen tragenden Blattquirl stets viel­blättrig gefunden. Nach der Zeichnung MAKINO'S ZU urtheilen, ist dies auch bei der japanischen Pflanze der Fall. Aus der oberwähnten Mit­theilung CASPARY'S ist es bekannt, dass auch die indische Aldrovanda keine Ausnahme davon macht. Auch die bei Bukarest (Valea Schitului) gefundene Aldrovanda, hatte I Î- Blätter im Blüthen tragenden Blatt­quirle. Dieser sonderbare Blattreichthum des Blüthen tragenden Blatt­quirls veranlasste mich zum weiteren Studium dieser Erscheinung. Das Résultat meiner Untersuchung ist, dass es sich hier eigentlich nicht

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