Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Moesz, G.: Adatok az Aldrovanda vesiculosa L. ismeretéhez

über aldrovanda vesiculosa. 389 Zur Zeit der Blüthe breiten sieb die Kelch- und Kronenblätter nicht aus, sondern bleiben mehr-weniger geschlossen. So beobachteten dies schon ALLIONI und POLLINI. Umso merkwürdiger ist es, dass MAKINO bei der japanischen Aldrovanda ein ganz verschiedenes Verhalten be­merkte. Er schreibt nämlich im Jahre 1905 : «Bei uns breitet sich die Blüthe in der Eegel aus und die Kronblätter wölben sich nicht kappen­förmig übereinander». Die Bewegung der Griffel führe ich auf Taf. V in drei Figuren vor. Sie sind in der Knospe bogig gekrümmt, ihre Narben einander zugekehrt (Fig. 5). Darauf beginnen sie sich zu strecken und sich von einander zu entfernen. Diese Bewegung dauert so lange, bis die Griffel in eine vollständig horizontale Lage kommen. Der Zweck dieser Bewegung ist gewiss der, die Narben den Staubbeuteln näher zu bringen. Diese Lage der Griffel zeigt die Fig. 6 von Taf. V. Indem sie sich später in die Höhe heben, neigen sie sich in starker Krümmung wieder über­einander, ihre tief hinabgedrückten Narben wenden sich abwärts. (Taf. V, Fig. 7.) Während die Narben vordem grünlich gefärbt waren, sind sie jetzt bräunlich und auch ihre Abschnitte sind verwelkt. MARINO (1905) schreibt über die Griffel der japanischen Aldro­vanda, wie folgt: «...sie sind ausgebreitet, später krümmen sie sich und stark aufwärts und ihre in viele Theile getheilte Narbe schmiegt sich dicht an die Antheren». Der Unterschied ist auffallend. Die japanische Aldrovanda hat Staubgefässe, die länger sind als der Fruchtknoten, infolge dessen sich die Griffel aufwärts krümmen, um mit den Antheren in Berührung zu kommen. (Siehe die Zeichnung MAKINO'S 1893, plate XI.) Die Staubgefässe der Aldrovanda von Réty sind kürzer als der Fruchtknoten, höchstens eben so lang, infolge dessen neigen sich die Griffel abwärts, um den Antheren nahe zu kommen. In der Litteratur findet man keine Angaben über die zweierlei Längen der Staubgefässe und über die Bewegung der Griffel. Auch MAKINO sagt darüber nicht mehr, als den oben angeführten Satz. Auf Grund der Untersuchung von Herbarium-Exemplaren habe ich mich überzeugt, dass die Staubgefässe der Aldrovanda von Salurn (Tirol) und Kara-orman (Donaudelta) ebenfalls länger sind als der Fruchtknoten. Bei beiden habe ich sogar die Narben mit den Staub­beuteln über dem Fruchtknoten zusammengeklebt gefunden. Bei der Aldrovanda von Réty kann eine solche enge Berührung wegen der Kürze der Staubgefässe nicht zu Stande kommen. (Taf. V, Fig. 11 ). Und wenn man weiter in Betracht zieht, dass die Staubbeutel sich

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