Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 2. (Budapest 1904)

Győrffy, I.: A magyarföldi flóra új Gymnadenia-faja

250 TK ST. GYŐBFFY verändert, so sehr, dass — obzwar sie zu G. Frivaldii s. str. am nächsten steht es berechtigt erscheint, die ungarländische « G. Frivaldii » von den echten, wahrscheinlich nur im Balkan einheimischen G. Frivaldii s. str. in specie zu trennen. Durch den sicheren Beweis der Verwandtschaft, das heisst der Ver­schiedenheit dieser neuen Gymnadenia mit G. Frivaldii, wird Sieben­bürgens Beichthum an interessanten und zur Balkan-Flora gehörigen Pflanzen noch mehr bestätigt. Endlich sage ich meinen innigsten Dank den Herren Dr. V. B ORBÁS und Dr. Á. DEGEN, die mich mit ihren gefälligen Bathschlägen unter­stützten. 1 * Obzwar man diese neue Gymnadenia von G. Frivaldii infolge der oben beschriebenen äusseren Merkmale gut unterscheiden kann, so hielt ich es doch für nothwendig, beide auch anatomisch zu untersuchen, in­wiefern es nämlich theils das mir zur Verfügung stehende geringe Mate­rial, theils die Brauchbarkeit der nach erforderlichem Aufweichen gemachten Schnitte erlaubten. Ihr Aufweichen war ein wenig beschwerlich, denn die dünnen, aus weichwandigen Zellen gebauten Blätter beider Pflanzen fielen durch das Pressen sehr zusammen und wurden so sehr deformirt, dass ich genaue mikroscopische Zeichnungen, z. B. von den Hauptnerven der Blätter weder von der einen, noch von der anderen anfertigen konnte. Dennoch konnte ich dabei ziemlich grosse Unterschiede constatieren, die meine Untersuchungen, eigentlich die Bichtigkeit der Art noch mehr bestärken. Betrachten wir kurz ihre Blattstruktur : Gymnadenia Richten ist eine auf nassen Stellen lebende Pflanze, infolgedessen ihre Epidermis dünnwandig ist; auf dem von der Blatt­oberseite genommenen Flächenschnitt der Epidermis fällt es uns sogleich auf, dass die Längsachse der einzelnen Epidermiszellen mit der organi­schen Achse parallel lauft. (Fig. 5.) Manchmal sieht man auf der oberen Epidermis auch Spaltöffnungen (stomata). Auf der Blattunterseite ist die Streckung der Epidermiszellen noch auffallender, so dass man sie beinahe für (mit der organischen Achse gleichfalls parallel verlaufende) prosenchy­matisch gestreckte Zellen erklären kann, deren Beihen von Spaltöffnungen 1 Damit die Besichtigung eventuell zu einer wiederholten Untersuchung un­serer neuen Gymnadenia Jedem zugänglich sei, habe ich einige Herbar-Exemplare vorläufig in den botanischen Abtheilungen des Ungarischen National-Museums und des Siebenbürgischen Landes-Museums deponirt, ebenso im Herbarium des Herrn Dr. Á RPÁD DEGEN, da dessen Pflanzensammlung von den Forschern der Balkan­Flora bekannterweise oft in Anspruch genommen wird.

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