Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 1. (Budapest 1903)

Enderlein, G.: Die Copeognathen des indo-australischen Faunengebietes

284 1 ) ' GÜNTHER ENDERLEIN kannt und wurde nun durch vorliegende Stücke aus Hinter-Indien auch als recent nachgewiesen. Die Beschreibung und Abbildungen Hagen's stimmen fast völlig mit diesem Thier überein so dass ich sehr dazu neige, es sogar für dieselbe Species zu halten. Die ausserordentlich lan­gen ersten Tarsenglieder der Mittelbeine der Bernsteinform haben mich jedoch, neben einigen anderen Abweichungen in der hagen'schen Beschrei­bung und einigen Unklarheiten, veranlasst, das Thier vorläufig als eine neue, nahe verwandte Species aufzufassen und es daher mit Archipsocus recens n. sp. zu benennen. Sollte es sich jedoch herausstellen, dass die Länge der 1. Tarsenglieder des Mittelbeines bei Archipsocus puber Künow (Hagen) nur auf optischer Täuschung beruht, so dürften wohl beide For­men identisch oder wenigstens als Subspecies aufzufassen sein. In letzte­rem Falle könnte man es etwa Archipsocus puber recens nennen, im Gegen­satz zu A. puber fossilis (Künow) Hagen. Das gliedartige Gebilde an der Basis der Maxillartaster. den Palpiger bemerkte übrigens Hagen schon, er sagt p. 202: «der Basaltheil, in welchem sie inseriren. sieht fast so aus, als wenn hier ein fünftes Glied wäre». Die Scheitelnaht wurde von Hagen bei der Bernsteinform nicht beobachtet, doch dürfte sie nur bei ihrer ausserordentlichen Feinheit durch den Bern­stein hindurch nicht oder nicht deutlich erkennbar gewesen sein, ebenso die äusserst feine Pubescirung der beiden Endglieder der Maxillartaster. Das von Hagen beobachtete kleine Endglied an der Basis der Klauen ist nichts anderes als das Empodium des Prsetarsus, das Hagen auch schon an anderer Stelle, z. B. bei der Gattung Kpipsocus Hagen auffiel. Zur besseren Orientirung füge ich hier noch die Originalbeschrei­bung von Archipsocus puber Künow (Hagen) an und gebe genauere Ab­bildungen von A. reçois und der einzelnen Theile, damit an der Hand derselben ein späterer Bearbeiter der Bernsteinform durch eine erneute Untersuchung diese Frage klarzustellen in der Lage ist. iA. puber (Kunow) Hagen 1882.) Archipsocus puber HAGEN Stett. Ent. Zeit. 1882. p. 222—225. 1. c. p. 222—225 : «Long. c. alis l 3 4—2 mm. Das kleine, gedrungene und plump gebaute Thier ist dicht aber kurz behaart. Kopf gross, kurz, fast quadratisch, nach vorne wenig verengt, flach; der Seiten-und Hinterrand und seine Ecken abgerundet: Netzaugen klein, leicht gewölbt, mit etwas erhabenen Facetten, näher dem Hinterrande ge­stellt ; auf dem Scheitel nahe beisammen drei kleine Nebenaxigen ; eine Mittelnaht und die gewöhnliche Gabel vermag ich nicht zu sehen ; Stirn uhrglasförmig, hall» so lang als der Kopf, und von ihm durch eine scharfe Naht getrennt ; Seiten und Vorderwinkel abgerundet; Clypeus deutlich, kurz; Oberlippe etwas mehr als

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