Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei (Budapest, 2007)

JÜRGEN ZIMMER: Addenda - Weitere Zeichnungen von Joseph Heintz

Es zeigt sich daran ein - mangels signifikanter Werke noch nicht thematisierter - Grundton der Heintz'schen Bilderfindungen. JOHANNES DER TÄUFER MIT DEN HEILIGEN ZACHARIAS UND HIERONYMUS (ABB. 17) Der Entwerfer Heintz und der Stecher Lucas Kilian widmeten das gestochene und von Domi­nicas Custos verlegte Blatt in Augsburg als Dank dem kaiserlichen Kammertürhüter Hierony­mus Schönfeld 11 zu Neujahr 1606. Die zweimal zwei lateinischen Verse unter der Darstellung geben Aufschluss über deren Sinn: Im ersten Verspaar werden Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, das Lamm als sein Begleiter und das ungehobelte, raue Kreuz benannt. Das ande­re Verspaar rechts bezieht sich auf die drei abgebildeten heiligen Gestalten, die zusammen, mit ihren drei Namen, die Gottheit dreifach verehren. Mit der letzten Zeile: „Du aber trägst insge­samt nur den einen (einzigen) Namen: Christus" gibt sich die Darstellung als generelles Chris­tuslob zu erkennen.Daraus und aus der Tatsache, dass der links stehende Heilige kein Andreas­kreuz hält, ergibt sich die Revision der traditionellen Benennung des alten, bärtigen Kreuzträ­gers als Hl. Andreas. Tatsächlich ist der Vater des Täufers dargestellt, der mit den Zeichen des Leidens und Sterbens Jesu, Lamm und Kreuz, auf den Täufer, den Wegbereiter des Messias verweist. Die Anwesenheit des Hl. Hieronymus rechts braucht keine weitere Erklärung im Bildzusammenhang, sie ist wohl durch den Vornamen des Adressaten LIieronymus Schönfeld motiviert. Aus stilistischen Gründen ist anzunehmen, dass die Zeichnung nicht wesentlich früher entstanden ist als der Stich Kilians. Dieser und die Zeichnung entsprechen sich zwar im Bestand der dargestellten Heiligen, diese unterscheiden sich aber in beiden Medien im Einzel­nen zum Teil erheblich. Vor allem die Figur links ist in der Zeichnung von gänzlich anderem Typus als im Stich; die Blickrichtung ihres vergleichsweise wild anmutenden Kopfes geht nach links oben aus dem Bild hinaus, der zur Mitte auf den Täufer weisende Gestus der Rechten des Stiches fehlt in der Zeichnung, hier rafft die Hand das voluminöse Gerwand. Insgesamt ist diese Gestalt in der Zeichnung schlanker, eleganter und weniger statuarisch verfestigt als bei Kilian. Das Lamm ist mit dem ganzen Körper nach links gewendet neben dem rechten Bein des Täufers platziert, wo in dem Stich nur sein Kopf nach rechts gewendet erscheint. Die Haltung des Täufers ist in Zeichnung und Stich gleich, sein Kopf ist in der Zeichnung jedoch stärker en face gesehen, im Typus ähnelt er Christusdarstellungen, was die Gestalt des Täufers weiter in die Nähe des auferstandenen Christus rückt. Vielleicht bezieht sich Heintz damit auf Raffaels Antlitz Christi der vatikanischen Transfiguration (nach 1517). Für die Position des Kreuzstabes mit dem Spruchband ECCE ANG in seiner Linken gibt es in der Zeichnung zwei

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