Csornay Boldizsár - Dobos Zsuzsa - Varga Ágota - Zakariás János szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 99. (Budapest, 2003)
THE YEAR 2003 - NEW ACQUISITIONS - SZÁNTÓ, ANDRÁS LÁSZLÓ: Johann Michael Rottmayr: Die Beweinung Christi
JOHANN MICHAEL ROTTMAYR: BEWEINUNG CHRISTI Das Gemälde gelangte nach einer Auktion in die Sammlung des Museums der Bildenden Künste. 1 Das großformatige Gemälde (156x125 cm, Öl auf Leinwand, Abb. 33) stellt die Beweinung Christi dar. In der Mitte des Werkes ruht Christus im Schoß seiner Mutter, über ihn gebeugt der Heilige Evangelist Johannes. Jesu zu Füßen kniet Maria Magdalena, die seine Hand in den ihren hält. Eine derartige Komposition lässt sich, wenn auch mit gewissen Abweichungen bei den einzelnen Darstellungen, mehrmals im Werk Rottmayrs verzeichnen. Um in der Chronologie des Malers zu bleiben, sei hier als erstes auf das unter dem Namen „Passauer Pieta" bekannte Gemälde zu verweisen. 2 J. M. Rottmayr, Fecit, 1689. 3 Bei dem zweiten signierten Werk handelt es sich um die Melniker Beweinung Christi mit Maria, Magdalena und dem Heiligen Johannes, dem Täufer. 4 J. M. Rottmayr, Fecit 1690. Das Salzburger Gemälde ist das dritte dem Thema zugehörige Werk. 5 Jo: Michael Rottmayr. Fecit: 1692 Die Attribution wurde in dem Moment eindeutig, als ich von Erich Hubala, dem Verfasser der Rottmayr Monographie, einen Artikel im Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte fand. 6 Diese Studie erschien erst nach Abschluss der Monographie und beschäftigt sich mit der Beweinung Christi (Abb. 32), welche im Kunstmuseum der La Salle Universität in Philadelphia vorzufinden ist und seiner Komposition nach dem Budapester Gemälde am meisten ähnelt. Auf dem Bild ist die Signatur in einem sehr schlechten Zustand erhalten: Johann Michael R ,/fecit/ 1696. Schriften des 18. Jahrhunderts berichten über Werke Rottmayrs in der Wiener Dorotheenkirche des Augustiner Ordens. Für die zwischen 1702 und 1704 vollständig erneuerte Kirche schuf der Künstler die Bilder eines Nebenaltars mit Hierbei möchte ich mich ganz herzlich bei Zsuzsa Urbach, Lehrstuhlinhaberin für Kunstgeschichte an der Péter Pázmány Katholischen Universität, Miklós Mojzer, Generaldirektor des Museums der Bildenden Künste, sowie dessen Sammlungsdirektor, Vilmos Tátrai für ihre Hilfe bedanken. 2 Im Hintergrund des Bildes ist die Stadt Jerusalem erkennbar, ebenso wie auf der zuletzt gemalten Budapester Beweinung Christi. 3 Hubala, E., Johann Michael Rottmayr, Wien 1981 (im Weiteren Rottmayr), 196. 4 Ebd., 228. 5 Ebd., 213. 6 Ders., Rottmayriane, Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 45 (1992) 142-159.