Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 95. (Budapest, 2001)
GOETTE, HANS RUPPRECHT: Beobachtungen an kaiserzeitlichen Skulpturen in der Antikensammlung
rechten Beines geruht oder - wahrscheinlicher - ein Ruder oder Füllhorn 27 gehalten haben, das auf oder an den Beinen ruhte. Der Unterkörper und die Beine werden von dem Mantel bedeckt gewesen sein, da dieser-nur sehr grob ausgearbeitet und in seiner Faltenanlage unpräzise artikuliert - im Rücken zur rechten Hüfte herübergezogen ist. Die Statuette gehört zu einer Gruppe von Skulpturen, die man sich als Gartenausstattung einer kaiserzeitlichen Villa, etwa im Bereich eines Brunnens, 28 gut vorstellen kann. Leider ist aber über den Fundort der kleinen Skulptur nichts bekannt. Immerhin kann man rekonstruieren, daß der Auftraggeber des Werkes wohl im mittleren bis späteren 2. Jh. n.Chr. lebte: Die tiefen Bohrungen, die die Haar- und Bartsträhnen begleiten, sowie die an Bronzewerke erinnernde Art der plastischen BrustwarzenGestaltung finden die besten Parallelen in antoninischer Zeit. 29 HANS RUPPRECHT GOETTE 27 s. dazu den „Tiber", Rom, Capitol (Klementa 1993,138 Nr. U 2 Taf. 3,6), der auch wie die Budapester Statuette einen Mantel über der linken Schulter trägt; weitere Beispiele sind eine Statue in Merida, Arch.Mus. (Klementa 1993,1A Nr. C 3 Taf. 25,49) oder der sog. Marforio in Rom, Capitol (ebenda, 135 Nr. U 1 Taf. 30,60). 28 Vgl. z.B. R. Neudecker, Die Skulpturenausstattung römischer Villen in Italien. Mainz 1988, 175 Nr. 28.9 und 187 Nr. 37.16; zu Brunnenfiguren: B. Kapossy, Brunnenfiguren der hellenistischen und römischen Zeit, Zürich 1969, 23-25. 29 Stilistisch - wie auch typologisch - ähnlich (wenn auch aufgrund von nachantiker Überarbeitung muskulöser gebildet) ist ein Flußgottfragment in München (Klementa 1993, 171 Nr. V 30 Taf. 39.78).