Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 95. (Budapest, 2001)

GOETTE, HANS RUPPRECHT: Beobachtungen an kaiserzeitlichen Skulpturen in der Antikensammlung

anderem Material, etwa Edelmetall, eingesetzt" waren. 9 Neben Gold- oder Silber­statuetten 10 mögen auch Edelstein-Figurchen 11 Träger dieser Miniaturportraits gewesen sein, wobei dann mit den verschiedenfarbigen Materialien ein besonderer Effekt erzielt worden sein muß. Es ließe sich ebenso auch an eine aus einem Stück gegossene Büste denken (vgl. Anm. 5c), die-nach früheren Vorschlägen 12 - als Szepteraufsatz, Clipeus­Emblem oder als Teil einer sog. Büstenkrone 13 gedient haben könnte. Über die Produktionsstätten derartiger Miniaturbildnisse ist bislang nichts gesichert. Aufgrund der außergewöhnlichen Qualität solch teurer Glasportraits kann man spekulativ eine Verwendung innerhalb des Hofes erschließen, vergleichbar den ebenfalls überaus wertvollen Staatskameen. Somit wäre die Herstellung in einer stadtrömischen Werkstatt anzunehmen. Doch hat man auch an Alexandria als Ort der Herstellung gedacht, weil es dort eine Tradition kleinformatiger Bildnisse aus Fayence aus ptolemäischer Zeit gab und eine der engsten Parallelen (s. Anm. 5b) aus dem ägyptischen Memphis stammt. Außerdem kann man auch an eine Verwendung im Kaiserkult denken, sei es als wertvolle, transportable Kult-Statuette, sei es als Schmuck einer während der Feiern benutzten Insignie (Büstenkrone, Szepter). Das Budapester Glasbildnis bereichert zwar erfreulich die bislang kleine Zahl solcher Portraits, es vermag aber leider nicht die offenen Fragen zu lösen, die sich an diese Gattung richten. B. DAS FRAGMENT EINES RÖMISCHEN STAATSRELIEFS Im Museum der Bildenden Künste wird seit vielen Jahren das Fragment eines römischen Staatsreliefs aufbewahrt, 14 das eine kurze Publikation verdient (Abb. 34­36). Es besteht aus feinkörnigem, durch naturwissenschaftliche Marmoranalysen durch D. Decrouez (Genf, Muséum d'Histoire Naturelle) als lunensisch bestimmtem Marmor und besitzt im gegenwärtigen Zustand noch 82,6 cm Höhe und 64,4 cm Breite; die Relieftiefe läßt sich mit etwa 20 cm bestimmen. Oben, auf Höhe der Köpfe, und unten im Bereich der Beine - bei der linken Figur in Kniehöhe, bei der rechten etwas tiefer ­gebrochen wurden die Kanten nachantik zur Anstückung von Ergänzungen begradigt; die linke Außenkante, die Konturlinie des hier stehenden Togatus begleitet, verläuft als Bruchlinie unregelmäßig; der gerade, vertikale Rand rechts ist der antike Rand der 9 Ebenda, 152. 10 Bei den wenigen bekannten Beispielen von Edelmetallbüsten besteht das Portrait ebenfalls aus Metall, s. dazu G. Lahusen, RM 85 (1978) 385-390; E. Künzl, JbRGZM 30 (1983) 381-393; Dahmen 2001, 26-28; 80-82; 164-165 Kat. 63-68; 193-194 Kat. 186-188. 11 Als Beispiele sind etwa Statuetten in Florenz, New York oder Selçuk zu nennen: H.R. Goette, Studien zu römischen Togadarstellungen, Mainz 1989, 45 Anm. 222. 12 H. Jucker, JbBerlMus 26 (1984) 51-60; 68; Salzmann, a.O. (Anm. 5 a), 210 mit Anm. 11 f. zu Nr. 19; als Bekrönung eines Szepters bezeichnet vermutungsweise Böschung auch das Chalzedonbüstchen in Paris (s. Anm. 5 g). 13 Zuletzt: J. Rumscheid, Kranz und Krone. Zu Insignien, Siegespreisen und Ehrenkränzen der römischen Kaiserzeit (IstForsch 43), Tübingen 2000. 14 Inv. Nr. 5425. Es gelangte als Geschenk der Gräfin A. Ladányi-Niczky im Jahre 1919 in das Mu­seum und befand sich ehemals in der Sammlung Enyedy. - Abbildungsnachweis: Neg. Museum; Abb. 34: Photograph: Verf.; Abb. 35-36: Photograph: G. Fittschen-Badura.

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