Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 88-89.(Budapest, 1998)

POSZLER, GYÖRGYI: Die Figuren eines Kärtner Flügelaltars in Budapester Sammlungen

tenen, auf 1515/17 datierten Figuren vom einstigen Hochaltar der mittelalterlichen Pfarrkiche Sankt Andreas in Abfaltern - die Heiligen Georg und Florian sowie Andre­as - zeigen in den weiter oben behandelten Details der Körperhaltung, der Rüstung und der Anbringung der Attribute, ferner in der Formung der Gesichter ebenfalls deut­lich erkennbare, wenn auch etwas entferntere stilistische Verwandtschaft mit den Bu­dapester Figuren. 20 Ähnlich verhält es sich auch mit einigen Denkmälern aus der Steiermark. Der hei­lige Georg im Schrein des Marienaltars aus St. Martha, der auf 1524 datiert und zum Kreis der Kärntner-steirischen Werke gezählt wird, läßt sich gleich den Abfalterner Figuren mit den Budapester Stücken in Zusammenhang bringen. 21 Schließlich sollen noch als etwas entferntere, aber noch klar erkennbare Analogien die Heiligen Georg und Achatius erwähnt werden, die ebenfalls für Schreinwächter gehalten und auf das Ende des zweiten Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts datiert werden und gegenwärtig in der Kirche Sankt Leonhard in Murau stehen. 22 Das Verbindungsglied zwischen den aufgezählten Altären, die nicht zu einer ge­schlossenen geographischen Einheit gehören, jedoch auch nicht für weit auseinander­liegende Kirchen, entsprechend sehr unterschiedlichen Auftraggeber-Ansprüchen, also in unterschiedlicher Größe und Qualität, ausgeführt wurden und in sehr unterschiedli­chem Zustand erhalten sind, findet sich in der jünger genannten Villacher Altarbauer­Werkstatt, die zwischen 1505 und 1525 eine führende Rolle spielte. An der Spitze dieser Werkstatt stand mit großer Wahrscheinlichkeit Meister Heinrich, der zuvor lan­ge Zeit in St. Lambrecht arbeitete. Diese Werkstatt beschäftigte mehrere Schnitzer, Schüler und Gesellen, außerdem auch Maler. Es ist daher wahrscheinlich, daß die Ta­felbilder, Figuren, ornamentale Schnitzereien, sogar die Schreinerarbeit - infolge der Zusammenarbeit der verschiedenen Meister - in derselben Werkstatt, an derselben Stelle ausgeführt wurden. Jedenfalls war es eine gut ausgerüstete, umfangreiche Werkstatt mit weitverzweigten Beziehungen, die in der Stadt, die in den Jahren um 1500 infolge des bedeutenden Handels und der Einkünfte aus dem Bergbau ihre Blütezeit erlebte, sowie in ihrer Umgebung, bei den größeren Kirchen und Klöstern bei den umfangrei­chen und anspruchsvollen Aufträgen sozusagen eine Monopolstellung innehatte. 23 20 Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Tirol, Wien 1980, 134-135; Egg, a. a. O. (vgl. Anm. 19), 229; Demus, a. a. O. (vgl. Anm. 16), 539-540, Abb. 697-699. Die heiligen Florian und Georg waren die Schreinwächter des Altars, der heilige Andreas dürfte im Schrein gestanden haben. 21 Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Steiermark, Wien 1982, 462^165, 469; Demus, a. a. O. (vgl. Anm. 16), 500-502, Abb. 631-632. Der Altar stand ursprünglich in St Marien bei Knittelfeld. 22 Dehio, Steiermark, a. a. O. (vgl. Anm. 21.), 302-303; Demus, a. a. O. (vgl. Anm. 16), 506-508, Abb. 462^163. Die Georgsfigur wurde 1978 auf 1525 datiert ausgestellt: Gotik in der Steiermark, Ausstel­lungskatalog, Graz 1978, 285, Nr. 252, Abb. 96; in diese Gruppe gehören noch die Schreinwächter Florian und Georg am Hochaltar der Ileiligkrcuzkirche in Kojsko (Brda) in Slowenien, aber diese zeigen mit den Budapester Figuren keinerlei nähere Verbindung. Demus, a. a. O. (vgl. Anm. 16), 450-455, Abb. 571­572, und Cevc, E., Poznogotska Plastika, Ljubljana 1971, 135-152. 23 Über Villach um 1500 und Meister Heinrich (Haintz snitzer), die Organisation und Ausstattung der Werkstätten siehe Demus, a. a. O. (vgl. Anm. 16), 184-185, und Höfler, a. a. O. (vgl. Anm. 18), 2-6; Höfler, J., Die Tafelmalerei der Dürerzeit in Kärnten (1500-1530), Klagenfurt 1998, 15-17.

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