Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 86. (Budapest, 1997)

GARAS, KLÁRA: Deutsche Meister und Werke des 17. Jahrhunderts: Der Barock in Mitteleuropa

so wird z.B. ein Bild im Inventar des Esterházy Schloßes in Eisenstadt (Kismarton) genannt - an eine Malergenossenschaft, wobei sich der Künstler selbst dargestellt hat, wie das in der Laibacher Inventarbeschreibung ausdrücklich betont wird. 26 Dies wäre dann der Schlapphut-Mann mit Pfeife und Krug an der rechten Ecke des Tisches im Bild von Laibach, und jener, ähnlich gestaltet, aus dem Bild herausblickend, bei den „Kartenspielern" in Wien. Figuren, Tracht und Gegenstände weisen in beiden Fällen eher nach dem Süden, um die Zeit um 1650. Näheres läßt sich derzeit leider nicht bestimmen. Es gibt kein einziges Bild, das mit „Almanach" bezeichnet wäre, auch keinen Namen, der mit ihm in Zusammenhang gebracht werden könnte. Die versuchs­weise ihm zugenschriebenen wenigen Genrestücke in Slowenien, wie etwa die zwei großen Küchenstücke aus Privatbesitz, die Fünf Sinne Darstellungen im Museum von Celje, oder die Bauernfamilie in der Narodna Galerija in Ljubljana, sind kaum von derselben Hand, sie zeigen eine abweichende, bedeutend schwächere Darstellungs­weise, sie sind auch etwas später entstanden. 27 Von den historischen Gemälden Alma­nachs, die in den Laibacher Verzeichnissen des 18. Jahrhunderts genannt sind, die£77e­brecherin, Susanna, Narcissus, Aeneas und Anchises, die Porträts, Tier und Jagd­darstellungen wurde nichts wiedergefunden. Wahrscheinlich existierten noch einige von seinen Werken unerkannt unter falschen Namen, oder aber möglicherweise unter seinem tatsächlichen eigenen Namen, den wir aber nicht kennen. Er war zweifellos ein geschulter, in mehreren Gattungen der Malerei bewandter Künstler, dem die zeitge­nössischen Stilbestrebungen, mit den Kompositions- und Figurentypen, Themenvor­stellungen der Zeit um 1650-1670 bekannt waren, und der sich an niederländischen bzw. italienischen Vorbildern orientierte. Solange aber seine Herkunft, sein Lehrweg, seine Ortszugehörigkeit und sein Tätigkeitsbereich nicht dokumentarisch festgelegt sind, muß das Rätselraten um seine Persönlichkeit und um sein Werk weitergehen, wie das auch bei so manchen anderen Malern jener Epoche der Fall war oder noch ist. Bei dem einst problematischen Bernhard Keil d.i. Keilhau, bei Giacomo Cipper, Todeschini, ist die Festlegung des Tatbestandes schon zum Teil gelungen, bei Michael Bechtel, Almanach, bei dem Stillebenmaler Johannes Hermans, Aurora, dem Meister von 26 Inventarium und Beschreibung deren Gebäuen bey dem Schloss Eysenstatt und darinnen befindli­chen Mobilien. 1721, S. Harich, J., Über das Schloss Esterházy und die Burg Forchtenstein, Burgenländi­sche Heimatblätter 34 (1972) 14, 130, 147. Zu den Bentdarstellungen s. besonders die Zeichnung im Museum Boymans - van Beuningen, Rotterdam mit den Porträtdarstellungen bei einer Bentversammlung. S. auch Italianisanten en bamboceianten, Rotterdam 1988, und Hoogewerff, G.J., Bentveughels, S'Gravenhage 1952. 27 Zeri-Rozman, a.a.O. (Anm. 20); Celje, Pokrajinski Muzej, 135-137, Nr. 35 40. „Die fünf Sinne" galten früher als Werk des Johann Andreas Strauss (1721-1783), und dies scheint - auch nach den deut­schen Inschriften der Bilder zu urteilen die richtige Bestimmung zu sein. Die beiden „Küchenstücke" aus Privatbesitz (Zeri-Rozman, a.a.O. 1 34 Nr. 33-34) sind - wie nach Tracht und Figuren zu vermuten ­aus dem 18.Jahrhundert und könnten am ehesten mit den verwandten Werken des Tiroler Malers Franz Josef Textor in Zusammenhang gebracht werden (s. Innsbruck, Ferdinandeum). Die gröbere Darstellungs­weise, plumpere Proporitionen weisen auch bei der „Bauernfamilie" in Ljubljana (Zeri-Rozman. a.a.O. 162, Nr. 92) eher in eine andere Richtung, obwohl es sich hier in der Tat um ein Werk des 1 7. Jahrhunderts handeln muß.

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