Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 82. (Budapest, 1995)

URSULA V. FISCHER PACE: Carlo Cesi als Zeichner

52. Carlo Cesi: Die Allegorie der Nacht. Budapest, Museum der Bildenden Künste selbst die rahmende Eichblattgirlande mit den Eicheln als heraldische Anspielung auf Alexander VII. gezeichnet. Eine weitere Zeichnung in Haarlem (Abb. 50) 5 läßt sich dem Londoner Blatt und der dazugehörigen Radierung zuordnen. Die Zeichnung in Haarlem trägt eine traditionelle Zuschreibung an Castiglione. Auf dem Unterlagebogen werden Passeri, Cesi, Piola, Chiari und Baldi als mögliche Autoren genannt. Carel van Tuyll schlug Cesi vor, wahrscheinlich wohl bewußt des Zusammenhanges mit der Londoner Zeichnung. Es ist offensichtlich, daß die Haarlemer Zeichnung dem Londoner Blatt in der Planung vorausgeht. Die Pinselführung ist großzügiger, flüssiger. Die Hauptfiguren sind mit wenigen sicheren Pinselstrichen skizziert, auf Details ist noch kein Wert gelegt, überdies gibt es Abweichungen. So ist etwa der anbetende Engel im Hintergrund noch im Rug gezeichnet. Diese beiden Zeichnungen bilden somit einen sicheren Ausgangspunkt für den Versuch, weitere Zeichnungen Cesi zuzuschreiben. Bereits als Cesi publiziert ist eine Marienkrönung (Abb. 54) in der Albertina. 6 Sie ist bis jetzt mit keinem bekannten Werk verbunden. Eine stilistische Verwandtschaft mit den beiden besprochenen Zeichnungen ist offensichtlich. Der Maler bevorzugt als zeichnerisches Medium den Pinsel. Die Figuren werden pastos auf den dunklen Grund skizziert, wobei die darunterliegende Federvorzeichnung fast ganz verschwindet. Die Strichführung ist flüssig, die Clair-Obscur-Wirkung erinnert an Grisaillemalerei und an Clair-Obscur Holzschnitte des 16. Jh. Die Figurenmodellierung hingegen wirkt etwas plump und teigig, die Gliedmaßen und Gesichter sind verzerrt, nahezu grotesk in ihrem Aussehen. Eine Verwandtschaft mit Zeichnungen Lazzaro Baldi's in ähnlicher Technik ist offenkundig. Abgesehen von den anatomischen Zeichnungen, die aufgrund ihres Lehrcharakters und ihrer gattungsgebundenen Merkmale über die persönliche Handschrift des Künstlers weniger aussagen, gilt noch eine weitere in der Farnesina 5 Tcylcrs Museum Haarlem, inv. K IX 47, Feder, braun laviert, weiß gehöht, 314 x 206 mm. Die Zeichnung ist meines Wissens unpublizicrt. 6 Birke, V. - Kertész, J., Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis. Band 1, Wien 1992, 522, Inv. 1016-SR 1127

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