Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 82. (Budapest, 1995)
URSULA V. FISCHER PACE: Carlo Cesi als Zeichner
59. Lazzaro Baldi: Der Morgen. Düsseldorf, Kunstmuseum Feldern der Laibung darüber die Verkündigung und der segnende Gottvater. Auf der linken Seitenwand des kleinen Altarraumes ist die Taufe des Centutionen durch Petms gerahmt von zwei Heiligen, einer davon Petrus, und auf der rechten Wand wohl Paulus Predigt in Lystra zwischen zwei Heiligen, einer davon Paulus, dargestellt. Im Deckenspiegel des gewölbten Kapellenraumes ist die Krönung Matiae (Abb. 55) gemalt, leider sehr stark restauriert, beziehungsweise fast neu gemalt. Die Komposition entspricht mit Abweichungen seitenverkehrt der Wiener Zeichnung (Abb. 54), die somit eine Bestimmung besitzt. Möglicherweise beabsichtigte Cesi die Komposition zu stechen, damit ließe sich die Seitenverkehrung erklären. Der Raum, auf den sich nun die Budapester Zeichnung beziehen läßt, besitzt eine reich bemalte Kasseltendecke. Dargestellt sind Tages-, Jahreszeiten- und Planetenallegorien. Im runden Mittelfeld die blumenstreuende Flora - Aurora (Abb. 56) gerahmt von den längsgestreckten Ovalfeldern mit eben den Allegorien der Nacht und des Sonnenwagens (des Tages) (Abb. 57). Die Übereinstimmungen zwischen Zeichnung und ausgeführtem Bildfeld sind bis auf ein leicht gestreckteres Format sehr weitgehend. Die Zusammengehörigkeit läßt sich auch stilistisch nachvollziehen. Die bereits erwähnten groben, etwas teigigen Formen begegnen auch in der Malerei, noch deutlicher, wenn es sich wie bei der Taufe des Hauptmanns durch Pelms (Abb. 58) in der Kapelle um Grisaillemalerei handelt. Unverkennbar ist die Verwandtschaft im Physiognomischen, aber auch in der Art der Pinselführung. Eine weitere Bestätigung für Cesi's Tätigkeit im Palazzo Corcos erhalten wir durch das Nachlaßinventar des Pietro Boncompagni. In einem als archhio bezeichneten annadietto befand sich eine "Ricevuta e saldo del Carlo Cesi Pittore^ und zwei weitere rieewite von Cesi, leider steht nicht geschrieben, um welche Malereien es sich handelte. 16 Aber es ist sicher berechtigt, diese Zahlungen auf die von uns vorgestellten Malereien zu beziehen. 17 i fi Cf. n.14. 17 Noch drei weitere Räume des Palazzo sind ausgemalt. Anschließend an den Tageszeitenraum befindet sich zur via dcgli Orsini gelegen ein kclcincrcr Saal mit einer ebenfalls bemalten Holzdccke. In vier Bildfeldern sind die Götter Jupiter, Neptun, Ceres und Venus dargestellt. In dem zur via del Govcrno Vecchio gelegenen Ecksaal befindet sich unter der bemalten Holzdccke ein Frcskcnfrics mit Themen aus der Mythologie und weiblichen Personifikationen. In den Bildfeldern der Holzdccke sind schwebende Putten mit unterschiedlichen Attributen dargestellt, die sich auf die Darstellungen in den Friesen beziehen. Den Dcckcnspiegcl des Salonc schmückt ein Fresko mit der Darstellung des Bacchustriumphes. Auf diese Malereien kann ich hier jedoch nicht weiter eingehen.