Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 60-61. (Budapest, 1983)

GARAS, KLÁRA: Sammlungsgeschichtliche Beiträge zu Raffael. Raffael-Werke in Budapest

ratur wird diese Stelle immer wieder mit der Belle Jardinière im Louvre in Zusammenhang gebracht, meist mit der irrtümlichen Behauptung, dass nach Vasari, der Sieneser für dem das Bild gemalt wurde, ein gewisser Filippo Ser­gardi, das Bild Franz I. König von Frankreich verkauft hatte. 01 Vasari nennt jedoch weder den Sieneser noch den Verkauf nach Frankreich — diese Annahme taucht lediglich in der florentiner Ausgabe der Vite in 1792 unter den Anmer­kungen auf. 62 Es gibt auch keinen bestimmten Nachweis dafür, dass das Bild je im Besitz von König Franz I. gewesen wäre, es ist auch nicht unter den Gemälden von Fontainebleau in 1625 oder 1642 erwähnt, die ersten sicheren Spuren der Belle Jardinière existieren aus der zweiten Hälfte des 17. Jahr­hunderts. 63 Gegen die Identifizierung mit dem von Raffael in Florenz zurück­gelassenen, von Ridolfo vollendet nach Siena gesandten Madonnenbild spricht auch die Signatur auf der Belle Jardinière wie auch die einheitliche Aus­führung der Draperie. Vasaris Angabe kann kaum an die Schöne Gärtnerin, umso eher an das in Siena zitierte, im Original nicht mehr erhaltene Rundbild der „Madonna del Velo" bezogen werden. 64 Wie es aus den bisherigen Ausführungen klar hervorgeht, ist in Zusammen­hang mit Raffaels Werken auf dem Gebiet der Sammlungsgeschichte noch vieles zu erforschen. Eine systematische Bearbeitung von Sammlertum und Raffael, vom Sammeln seiner Bilder im 16. und 17. Jahrhundert, fehlt gänzlich: die ver­einzelten Herkunftsangaben sind in der Literatur, in Katalogen u. a. oft lücken­haft und auch falsch wiedergeben. Als Ergänzung zur Untersuchung der Buda­pester Bilder möchten wir hier noch auf einige Forschungsergebnisse in Zusam­menhang mit der Geschichte einiger Raffael-Werke hinweisen. Zwar öfters schon erörtert, doch ungelöst blieb bisher die Frage nach der sogenannten „Pic­cola Madonna Gonzaga", jenes kleine Madonnenbild, das nach authentischen Angaben mit der Gonzaga-Sammlung aus Mantua 1627 an König Karl I. nach England gelangte. Wie bekannt, gab es zwei Madonnenbilder von Raffael in ül S. unter anderen Dussler: a. a. O. S. 55 ; de V e c c h i : a. a. O. 1968. S. 97 ; De V e c c h i, P. L. : Raffaello. La pittura. Firenze, 1981. S. 243 ; C a m e s a s c a, E. : All the paintings of Raphael. New York, 1963. II. S. 73; O b e r h u b e r, K.: Raffaello. Milano, 1982. S. 46. 02 Vasari : Vite... ed. della Valle, Firenze, 1792. V. 254 an König Franz I. verkauft ,,. . . e glielo vende quel gentiluomo Sanese per cui era stato fatto". Der Name „Messer Filippo Sergardi, Cherico di camera di Leone X." erscheint erst in den An­merkungen der florentiner Ausgabe von 1852 VIII S. 12. ,i3 Es wird weder von Cassiano dal Pozzo in 1625, noch von Père Dan 1642 in Fontainebleau beschrieben. S. F é 1 i b i e n, A.: Entretiens sur les vies et sur les ouvrages des plus excellens peintres anciens et modernes (1666) 1725 S. 244. Im Recueil d'estampes d'après les plus beaux tableaux . . . dans le Cabinet du Roy, 1729— 1742, S. 7.; bei Mariette, P. J.: Abecedario ... sur les arts et les artistes... Paris, 1853—1962. IV. S. 176 und L é p i c i é, F. B.: Catalogue raisonné des Tableaux du Roy. Paris, 1752. I. S. 81 wird lediglich behauptet, dass es aus Schloss Fontainebleau und dem königlichen Kabinett stammt. S. auch in diesem Sinne La collection de François I. Les dossiers du département des peintures. Paris, 1972. S. 29. w Auf die vorbereitenden Etappen in der Geschichte des Darstellungstyps der Madonna mit dem Schleier, sowie auf die weitere Entwicklung des Motivs und seine ikonographische Deutung möchen wir hier nicht näher eingehen. Wir wollen in diesem Zusammenhang nur auf einige wichtigere Veröffentlichnungen hinweisen: Dussler: a. a. O. 1966 S. 55; Firestone, G. : The sleeping Christ child in Italian Renaissance Representations of the Madonna. Marsyas, 1942. II. S. 43; Aronberg L a v i n, M.: The joy of the bridegrooms friend ... Art the Ape of Nature. Studies in honour of H. W. Janson. New York, 1981; La Madonne de Lorette. Les dossiers du département des peintures. Paris, 1979. S. 43.

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