Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 60-61. (Budapest, 1983)

GARAS, KLÁRA: Sammlungsgeschichtliche Beiträge zu Raffael. Raffael-Werke in Budapest

Guss geformt, es zeigt keinerlei Unbestimmtheit oder Veränderung auch nicht bei Infrarot-Untersuchung. Es ist auch schwer denkbar, dass die Arbeit daran einmal unterbrochen wurde um durch die Romreise erhaltene Eindrücke in der Landschaft festzulegen und dann wieder eine Unterbrechung erfuhr um letzten Endes unvollendet zu bleiben. Da es sich dabei sicher noch um einen in Florenz erhaltenen Auftrag handelt, erscheint die Folgerung logischer, dass es einigen anderen, auch von Vasari erwähnten Werken Raffaels ähnlich, wegen der Ab­reise des Meisters nach Rom in Florenz unvollendet geblieben ist. 24 Die letzten Details, die letzte Farbschicht blieben weg, doch da das kleine Meisterwerk auch auf diese Weise vollendet schön gelungen war, kam es sicher ohne viel Verzögerung an den Besitzer. Die Frage nach dem eventuellen Auftraggeber beziehungsweise dem ersten Besitzer ist bei der heutigen Stand der Forschung nicht zu ermitteln. Das kleine Madonnenbild kann in den Quellen nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. Die in den Viten, Guiden, Inventaren und Dokumenten des 16. Jahrhunderts erhaltenen Angaben sind zum Teil historisch genau ableitbar und auf konkrete, bekannte Werke bezüglich, zum Teil aber unzulänglich um eine bestimmte Identifizierung zu erlauben. In einem früheren Aufsatz habe ich mich mit dem schönen Jünglingsbildnis in Budapest eingehend befasst und so möchte ich hier das damals festgelegte nur kurz zusammenfassen und mit neuen Forschungsergebnissen ergänzen (Abb. 42). 23 In dem gelegentlich als Bildnis eines Humanisten bezeichneten Gemälde, das aus der Esterházy Sammlung in die Galerie von Budapest ge­langte, glaubte bereits L. Becherucci das Porträt Pietro Bembos erkennen zu können. 2 *' Eine genauere Deutung des wohlbekannten Textes von Marcantonio Michiel erlaubte es mir das Werk mit jenem Bildnis zu identifizieren, das Mi­chael 1525 1530 im Hause Pietro Bembos in Padova gesehen und beschrieben hatte: „El retratto piccolo de esso M. Pietro Bembo, allora che giovane stava in corte del Duca d'Urbino, fu de mano de Raffael d'Urbino in m ta ". 27 Da die Abkürzung „in m ta " als „in miniata" gedeutet wurde dachten die Kritiker dabei an ein Miniaturbildnis, eventuell an die Kopie eines grösseren Bildes. Doch geht aus dem Michielschen Textzusammenhang klar hervor, dass die Abkürzung für „in maesta" steht, was die damals übliche Bezeichnung für Bildnisse in Frontal­ansicht war, im Gegensatz zu Bildnissen ,,in profilo". Das kleine Bildnis, das den jungen Bembo dem Beschauer gegenüberblickend darstellte muss etwa in den Jahren 1505—1506 entstanden sein, als beide, der Poet sowie der Maler in Urbino weilten- Dies steht in vollem Einklang mit den Stileigenheiten des Bildes ebenso, wie mit Tracht und Erscheinung des Dargestellten. 28 Es ist der Mann der von seinem Biographen als „di dilicata coplessione et molto gentile" be­schrieben wird, und der noch auf der um 1532 entstandenen Medaille Valerio Vl Vasari, G.: Le vite de più eccelenti pittori, scultori e architetti. Ed. Milanesi, Firenze, 1879. IV. S. 328. In Zusammenhang mit dem von Ridolfo Ghirlandaio vol­lendeten Sieneser Madonnenbild s. weiter unten im Text. 25 G a r a s, K.: Die Bildnisse Pietro Bembos in Budapest. Acta Históriáé Artium, 1970 XVI S. 57; Garas, K. : Italienische Renaissanceportraits. Budapest, 1981. S. 15. 26 Raffaello. L'opera, le fonti, la fortuna. Becherucci, L. : Raffaello e la pit­tura.Novara, 1968. S. 36. 27 M o r e 1 1 i, J.: Notizia d'opere di disegno. Bassano, 1800. S. 18. 28 Budapest, Szépművészeti Múzeum, Inv. Nr. 72, Ol, Nussholz auf Fichtenholz befestigt, 54X39. 1870 aus Sammlung Esterházy. Catalogue... 1812 a.a.O. S. 97; In­ventar 1820 Nr. 101. (Luini: Portrait Raffaels). 1847 restauriert von Erasmus Engerth, Wien (als Perugino, Bildnis Raffaels).

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