Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)

GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert

Schenkung König Ludwigs I. von Bayern in die Galerie, wo sie bis heute er­halten sind. Beichs Porträt von Desmarées (derzeit in der Augsburger Barock­galerie) zeigt aber dieselben Maße wie die Budapester Rugendas-, Ridinger­und Burgau-Bildnisse und eine ähnliche Beschriftung auf der Rückseite aus dem Jahre 1744. Die eigens für Laktanz von Firmian gemalten Selbstbildnisse von Pompeo Batoni, Mengs und Angelika Kaufmann sind um einige Zentimeter größer. Aufgrund dieser Ubereinstimmungen in Maßen, Beschriftung und Leopolds­kroner Namenliste fühlen wir uns berechtigt auch einige weitere Malerbildnisse auf die Firmian-Galerie zurückzuführen: so vor allem das Selbstbildnis J. G. Grasmairs aus dem Kunsthist. Museum in Wien (derzeit in Innsbruck) und das Bildnis August Querfurts von Michelangelo (?) Unterberger im Wiener Barock­museum. Auch diese messen, wie die oben genannten Stücke, cca. 64,5X48,5 cm, das Grasmaier-Bild ist auf der Rückseite ähnlich beschriftet (1742). Zuletzt möchten wir noch ein neulich aufgetauchtes und vom Museum der Bildenden Künste in Budapest erworbenes Malerbildnis mit dieser Folge in Zu­sammenhang bringen (Abb. 92). 51 Das Brustbild zeigt vor neutralem Grund in Frontalansicht einen Maler mittleren Alters mit feingeschnittenem Gesicht und hoher Stirne. Er wendet sich nach rechts und ist dabei, den Stift in seiner Lin­ken zu schärfen. Gesichtsform, Proportionen des Kopfes, die feingeschwungene Nase — an der Spitze ein klein wenig eingedrückt, — der Schnitt der Augen und die Augenbrauen, der schön geformte Mund mit dem Grübchen am Mund­winkel zeigen eine überraschende Ähnlichkeit mit Michelangelo Unterbergers Innsbrucker Selbstbildnis. 52 Auf dem Tiroler Bild erscheint der Maler zwar etwas älter, so um die fünfzig, im wesentlichen hat er sich aber wenig verändert und wir glauben ihn auch im Budapester Selbstbildnis erkennen zu können. Da Michelangelo Unterberger 1695 geboren ist, können wir das Budapester Bild um Mitte oder Ende der dreißiger Jahre datieren, wahrscheinlich ist es kurz nach seiner Übersiedlung nach Wien, um 1737, entstanden. Das spätere, reifere Bild stellt ihn bereits als geschätzten Professor und Rektor der Kunstakademie dar. Eines von beiden könnte das Selbstbildnis sein, mit dem er in der Leopolds­kroner Bildnisgalerie vertreten war. KLÁRA GARAS * Während des Druckes dieses Aufsatzes wurden von R. Kultzen Zwei unbe­kannte Selbstbildnisse Christian Seybolds in Alte und Moderne Kunst Nr 178/79 S. 16 veröffentlicht. 51 Inv. Nr.: 78.20, Öl, Leinwand, 64X4B cm; 1978 angekauft. 52 Innsbruck, Museum Ferdinandeùm, Inv. Nr.: 244, öl, Leinwand, 66X50 cm.

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