Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)

GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert

CHRISTIAN SEYBOLD UND DAS MALERBILDNIS IN ÖSTERREICH IM 18. JAHRHUNDERT In seiner Zeit hoch geschätzt und weit bekannt, ist das Werk Christian Sey­bolds heute fast vergessen, seine Tätigkeit durch die Kunstgeschichte nur wenig gewürdigt. Dies liegt nicht so sehr an der Qualität seiner Werke — wie wir noch sehen werden —, sondern vielmehr am Mangel dies bezüglicher Angaben überhaupt, an der verhältnismäßig schweren Zugänglichkeit seiner Bilder, wie auch im allgemeinen an unseren immer noch allzu lückenhaften Kenntnissen über die deutsche und österreichische Malerei des 18. Jahrhunderts. Es gibt keinen einzigen ihm gewidmeten Aufsatz und in den kunsthistorischen Zusam­menfassungen ist er, wenn überhaupt, nur durch einige wenige Bilder und spär­liche, zum Teil falsche biographische Angaben vertreten. 1 Was über ihn berichtet wird, stammt im wesentlichen von den Aufzeich­nungen Ch. L. Hagedorns. Die kurze Biographie und Charakterisierung, die in „Lettre à un amateur" 1755 erschien, wurde in der Folge stets fast unverändert wiederholt. Demnach wäre Seybold 1697 in Mainz geboren, zu einem unbe­kannten Zeitpunkt nach Wien übersiedelt, wo er 1749 zum kais. königl. Kam­mermaler ernannt worden ist. Er hätte keinen anderen Meister gehabt, als sein eigenes Genie, zeigte aber in dem genauen Detailreichtum seiner Bilder eine starke Ähnlichkeit mit Denner. Hagedorn spricht von seinen charakteristischen Halbfiguren : „autant de portraits mais, par la manière de les historiser, de vrais tableaux". Er besaß von ihm ein Selbstbildnis ,,dans le goût de l'Espagnolet". 2 Anhand der bisher wenig beachteten Dokumente läßt sich jedoch etwas mehr zum Lebenslauf Seybolds erschliessen ; das Studium seiner bedeutenden Werke in Budapest ermöglichen das genauere Kennenlernen seiner Kunst und eine reellere Wertschätzung seiner Tätigkeit. Sein Geburtsdatum ist leider nicht gesichert. Neben dem durch Hagedorn überlieferten Geburtsjahr 1697 wird nach einer — allerdings apokryphen — In­schrift eines Selbstbildnisses (Vaduz), auch 1703 genannt, die Inschrift des Flo­rentiner Selbstbildnisses weist auf 1698, nach dem zeitgenössischen Bericht im Wienerischen Diarium wäre er jedoch 1768 im Alter von 78 gestorben, also 1690 1 Zusammenfassend zuletzt s. : T h i e m e, U. — Becker, F.: Allgemeines Lexi­kon der Bildenden Künstler. Leipzig, 1936. XXX. S. 547. Neueste Literatur s. Baum, E.: Katalog des österreichischen Barockmuseums im Unteren Belvedere in Wien. Wien, 1980. S. 645; H e i n t z, G. : Bemerkungen zur Geschichte der Malerei zur Zeit Maria Theresias. Maria Theresia und ihre Zeit. Wien, 1980. S. 277, 285. 2 Hagedorn, Ch. L. von: Lettre à un amateur de la peinture. Dresde, 1755. S. 337.

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