Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 54. (Budapest, 1980)
BARANYAI, BÉLÁNÉ: Drei Verträge Paul Trogers und Johann Joseph Reslers für die Jesuitenkirche in Győr
geprüft. Troger wird nun vertraglich verpflichtet, diese Arbeit spätestens Anfang August 1744 zu beginnen: tatsächlich war er schon am 29. Juli in Győr. Bereits zu Beginn des gleichen Jahres hatte Rektor Pez mit ihm den Vertrag für das sehr grosse (3,37 m Breite) Hochaltarbild der Kirche abgeschlossen, das mit vielen Figuren im Mittelpunkt den hl. Ignatz im Gebet darstellt. In diesem Kontrakt verspricht der Rektor eine Anzahlung, verpinchtet aber zugleich den Künstler, innerhalb der darauffolgenden fünf Monate das Werk in in Wien zur Ausführung zu bringen und daneben keinerlei andere Arbeit anzunehmen. Das fertige Altarblatt soll er danach selbst nach Győr bringen, dort auf den Blendrahmen spannen und es eigenhändig im steinernen Hochaltar befestigen/' CONTRACT Zwischen Ihre Hochwürden Herrn P. Philippum Pez, des Hochlöblichen Collegii Societatis JESU zu Raab in Hungarn Rectoris einerseits, und den Wohl Edlen Herrn Paul Drager Kunst Mahlers in Wienn anderseits, zu Verfertigung eines grossen Altar-Blatts des heiligen Ignatii, Stifters der Gesellschaft Jesu, Vor selbige Collegii Kirchen betreffend. Erstens Verspricht (:Titl:) Ihre Hochwürden Herr P. Rector ihm Herrn Paul Drager vor selbiges Altar-Blatt Sieben Hundert Gulden, sage 700 fl. zu bezahlen; Jedoch weilen diese Arbeit ermelten Herrn Drager bemüssiget, sich aller anderer Arbeit zu entschütten, als will ihm Herr Pater Rector gleich nach Erhaltung der Skizen von diesen 700 fl. anticipato und à Conto Ein Hundert Gulden, die übrigen 600 fl. aber nach Verfertigung des ganzen Werks baar und richtig auszahlen lassen. Wohingegen Andertens ersagter Herr Drager seiner seits verheisset, dass er dieses AltarBlatt bis Ende Junii ohnfehlbar Verfertigen, und nach der Skizen in allen getreulich und mit allmöglichem Fleiss ausarbeiten wolle. Und damit das ganze Werk nach Wunsch zur Vollkommenheit an seinen Ort, wohin es bestimmet ist, gelange, erbietet sich Vielgedachter Herr Drager, dieses Altar-Blatt selber nacher Raab zu überbringen, auf die Blinde Rahme zu spannen und in dem Altar, wohin es gehörig, auch selber zu bevestigen. deren Ausstattung: vom Entwurf bis zur Ausführung nahm er daran lebhaftesten Anteil. Den Hochaltar in Győr betreffend erwähnen die Jesuitenakten von ihm „.. . quo elegantius fieri potest ... juxta delineationem per ipsum episcopum exquisitam et selectam" (St. Archiv: Acta SJ. reg. V. fasc. 23 n° 63). 4 Interessant ist zum Vergleich der 1738 mit Troger für das Deckenbild des Stiegenhauses in Göttweig geschlossene Vertrag, in dem Abt Godefridus u. a. von dem „edlen und kunst erfahrnen herrn Paul Droger" verlangt, „den Plavon ... nach dem ihm von Ihro Hochwürden .. . eröffneten Concept ... zu mahlen, hierzu keines frembden Mahlers Hulff sich zu bedienen, sondern ... mit seiner aigenen Hand alleinig zu verfertigen, auch anfänglich eine Zeichnung, nach dieser aber einen Schizzo mit Farben zu entwerffen und vorzuzeigen .. . Die Architektur ebenfahls . .. zu besorgen und hierzu eines ihm anständigen Architektur-Mahlers sich zu bedienen . . . sothaner Arbeit auf . . . Frühling (1739) . .. anzufangen ... ohne aufheren ... zu continuieren und wehrender dieser keine frembde Arbeit zu nehmen." Ausser Wohnung und Verpflegung werden ihm 800 Gulden, ferner die Bestellung eines „geschickhten Maurers zu Auftragung des Kalch Grundts auf Kosten des Klosters" sowie 12 Buch Gold „zu der nothwendigen Vergoltung" vom Abt versprochen. (S. : österr. Kunsttopographie. I. 451.)