Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 53. (Budapest, 1979)

CIFKA, BRIGITTA: Gemälde von Friedrich Gauermann in Ungarn

stehendes Wasser, in dem sich der Himmel spiegelt. Weite Ferne mit Gebirgen, niederer Horizont. 3 Schuh lang, 2 Schuh 2 Zoll hoch. Auf Mahagoniholz" schreibt Gauermann im Sommer 1844. 11 Alles stimmt: die Beschreibung, der Zeitpunkt, die Größe und das Material. Im Einnahme-Buch finden sich nur selten derart ausführliche Eintragun­gen, der Künstler mochte bei der Beschreibung dieses Bildes lange, verweilt und seine Freude daran gefunden haben. Nicht zu Unrecht übrigens, denn es han­delt sich um eines seiner besten Werke, Die Formulierung ist kraftvoll, das Dämmerlicht vortrefflich, die Figuren sind bewegungsvoll, und doch gewinnt man den Gesamteindruck idyllischer Ruhe. Abwechslungsreiche Lebewesen und Gegenstände reihen sich nebeneinander, ohne den Raum zu überfüllen: gelb­liche Getreidepuppen, Messinggeschirr, Feldblumen usw. in virtuoser Plastizität. Laut Einnahme-Buch wurde das Bild von einem Kunstmäzen, dem Wiener Kaufmann (Johann) Beck 1 ' 2 , käuflich erworben, der das Bild weiter verkaufte, worauf der Künstler auch den Namen des neuen Eigentümers eintrug: 13 „Fürstin Kinsky in Triest". Das weitere Schicksal des Bildes ist auf der. Rück­. seite dem Zettel der Wiener Kunsthandlung L. T. Neumann aus dem vergange­nen Jahrhundert zu entnehmen. Diese Firma vermarktete übrigens die Bilder des Künstlers noch zeit seines Lebens. Ebenfalls in unserem Museum wird das Bild „Alpenszene" 1 ' 4 . aufbewahrt ; die figurale Szene ist eher herkömmlich, dagegen wird die Funktion der Land­schaft durch die weite Perspektive stärker betont; man sieht auf den Wolf­gangsee und die Ortschaft St. Gilgen herab (Abb. 148). Im Einnahme-Buch wird das Bild nicht angeführt, doch konnte seine Skizze gefunden werden' 5 (Abb. 149), darauf die Anmerkung „März 1847 — 2Schuch 9Zoll lang, 2Schuch 2V2Zoll hoch", wodurch das Bild datiert wird, während die angegebene Größe die Identität bestätigt. Die Zeichnung ist ein Entwurf zur endgültigen Form, das mit dem Bleistift gezogene Quadratnetz ist deutlich sichtbar. Statt der schwung­voll auslaufenden Linien sehen wir unterbrochene Wellenlinien, die weniger nuancierte Lavierung paßt sich den Konturen an. Der Unterschied zwischen der Skizze und dem fertigen Bild ist verschwindend klein: während auf der Zeichnung hinter dem Jäger eine weidende Kuh steht, sieht man auf dem Bild in gleicher Körperhaltung ein Pferd. Im Vordergrund der Skizze liegen zwei Ziegen, auf dem Bild blieb schließlich nur eine, doch zeigt die schwache Ver­färbung, daß der Künstler erst während der Arbeit seine ursprüngliche Absicht verändert hat. Auch die Verteilung von Sonnenschein und Schatten ist auf den beiden Werken gleich. In bezug auf topograpische Authentizität sei hier er­wähnt, daß Gauermann den See und St. Gilgen bereits im Jahre 1827 neben der Hütte abgebildet hat, lfi die tatsächlich dort gestanden ist, wie dies einer 11 Feuchtmüller, op. cit. 186. • 12 Frimmel, T.: Lexikon der Wiener Gemäldesammlungen. I. Wien, 1913. 99. 13 J. Beck veräusserte auch die unter Nr. 166—169 und 186 des Einnahme-Buches angeführten Bilder. F e u c h t m ü 11 e r, op. cit. 185. 188. w Inv. Nr.: L. 7031. öl, Holz, 70x88 cm. Signiert links unten „F. Gauermann." Deposit. 15 Wien, Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste. Inv. Nr.: 7072. Feder, blaue Lavierung, 229x282 mm. 16 Wien, Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste. Inv. Nr.: 7001.

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