Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)
GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode
tiviert sein Bedenken mit dem gewiß einigermaßen abweichenden Charakter der Bildnisse des Prinzen — unter ihnen auch einige von Kupezky •— und versucht die Darstellung mit einem in den Breslauen Quellen erwähnten Miniaturbildnis, das des Breslauer Baron von Löwenstädt in Zusammenhang zu bringen 18 (Abb. 71). Zweifellos zeigt das Bildnis auf dem Selbstporträt mit den Kupezky zugeschriebenen und von Bernhard Vogel nach Kupezky geschabten Eugen-Bildnissen nur oberflächliche Ähnlichkeit. 19 Auffallend ist jedoch — und darauf wurde bisher nicht hingewiesen — daß die Gesichtszüge in allen Einzelheiten mit der Prinz Eugen verhherrlichenden Bildnisskulptur Balthasar Permosers übereinstimmen (Wien, Ost. Galerie, Abb. 72—73). Die Form von Nase, Mund und Kinn, der Schnitt des zusammengekniffenen Auges ja auch die Perücke sind fast identisch. Man weiß aus der zeitgenössichen Korrespondenz daß Permoser nach einem aus Wien zugeschickten Bildnis gearbeitet hat, auch ist aus einem Brief des Barons von Wackerbarth vom 10 Juni 1721 ersichlich, daß der Kopf der Statue eine genaue Abbildung dieses Bildnisses war. 20 Er konnte auch nach einer nachträglich zugeschickten Gipsbüste nichts mehr daran ändern, da er im wesentlichen schon fertig war. Leider hören wir nichts über den Autor des Bildnisses, auch nichts von dessen späteren Schicksal. Doch spricht der Umstand, daß wir auf dem Kupezkyschen Selbstbildnis einem mit dem Bildniskopf Permosers übereinstimmenden Gesicht begegenen, dafür, daß das Permoser zugesandte Vorbild das Werk Kupezkys war, das früheste seiner 18 Kun dm an, J. Ch.: Promptuarium rerum naturalium et artificialium Vratislaviense. Breslau, 1726 56, 60, zitiert in der Sammlung des Barons Ernst Benjamin von Löwenstädt (t 1728) von „Fischer Kais. Hoff Mahler" „Das Conterfait von Hr. Kopetzky wie er den Hern von Löwenstädt abschildert" (Nr. 124, Elfenbeinminiatur), sowie das Bildnis des Barons von Löwenstädt von Kupezky gemalt, (Nr. 35). Es ist keineswegs sicher, daß die Miniatur nach einem Gemälde Kupezkys gefertigt wurde. Es wäre dazu noch zu bemerken, daß der hier erwähnte Hofmaler Fischer wahrscheinlich mit jenem „Mr. Fischer conseiller de cour et peintre en mignature" identisch ist, bei dem Ch. L. Hagerdorn in Wien vorzügliche Werke von Kupezky gesehen hat (s. Lettre à un amateur de la peinture, Dresde, 1755 285). Auf Grund dieses Zusammenhanges wäre wohl zu vermuten, daß der Hofminiaturmaler Johann Friedrich Fischer der Dargestellte des eleganten Prager Malerbildnisses ist und nicht der sonst unbekannte Maler Bruni, der Trauzeuge Kupezkys. lij Zu den Bildnissen Prinz Eugen von Savoyens s. V a y e r, L. : Iconografia di Eugenio di Savoia. Budapest, 1938; S t e 11 1 e r, M. : Zum Berner Bildnis des Prinzen Eugen. Prinz Eugen und sein Belvedere. Wien, 1963 9. Seit der Monographie E. Safaf iks (a. a. O. 24) wird allgemein angenommen, daß das von Vogel reproduzierte Halbfigurenbildnis von 1715 das früheste unter den Kupezky —Bildnissen des Prinzen ist, mit der Begründung, der Prinz hätte vor dem Rastädter Frieden kaum Zeit gehabt, dem Maler zu sitzen. Da wir jedoch eine Anzahl von früheren Bildnissen des Prinzen kennen (von D. Richter, C. Moor, J. M. Merian, G. Kneller u. a.) erscheint diese Annahme unbegründet. Für das Datum 1709 kämen aber jedenfalls nur die Wintermonate in Frage, indenen Prinz Eugen aus dem Feldzug heimgekehrt in Wien weilte s. Braubach, M. : Prinz Eugen von Savoyen. Wien 1961 I —V. u S. den Brief Wackerbarths an Prinz Eugen aus Dresden, 10 Jan. 1721: ,, . . . on remarque une assez grande différence entre le portrait que vous avez envoyé du commencement, et le moule en plâtre qu' il a reçu en dernier lieu; la tête de la statue étoit commencé sur le portrait et elle étoit même tellement avancée que le changement en sera difficile. J'ai comparé moi même cette tête avec le moule susdit en plâtre et je trouve quelques chose de plus maie et plus grand dans la tête qui a été faite sur le portrait, que je trouve dans le moule en plâtre..." s. Bschorner, H.: Permoser Studien. Dresden, 1913 12, 27.