Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)
GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode
Es ist bisher kein anderes Bildnis von dem 1662 geborenen Konrad Adolph von Albrecht — des Heiligen Römischen Reichs Ritter, kaiserlichen Rat und Gesandten' 1 — bekannt gewesen, und auch die Tatsache blieb unbeachtet, daß das Vorbild zu dem gezeichneten Bildnis, das lebensgrosse Ölgemälde mit dem Porträt des Konrad Adolph von Albrecht, unter den Werken Kupezkys zu finden ist. Das mit der Zeichnung genau übereinstimmende Gemälde blieb in drei Exemplaren erhalten: im Nationalmuseum in Warschau, in der Schönborn-Galerie in Pommersfelden und einst in Budapester Privatbesitz. Auf allen drei Varianten begegnet uns dasselbe glattrasierte, dem Betrachter zugewandte Gesicht mit der hohen Stirn. Stellung, Tracht und Gebärde sind auf den Bildern und der Zeichnung identisch; es gibt nur in nebensächlichen Einzelheiten geringe Unterschiede, so z. B. bei den Knöpfen der Weste, Tisch und Bücherregal fehlen im Hintergrund (sind eventuell auf den Gemälden völlig nachgedunkelt oder übermalt). Die Ubereinstimmung ist unverkennbar; es kann auch kein Zweifel darüber bestehen, daß das Modell des Bildes der auf der Zeichnung dargestellte Baron war. Doch zeugt auch eine zeitgenössische Quelle dafür, daß Kupezky den Baron gemalt hat. Diese von dem ersten Biographen und Freund Kupezkys, Johann Caspar Füssli, stammende Angabe blieb bis jetzt unbeachtet. Sie kommt nicht in der 1758 veröffentlichten Lebensbeschreibung Kupezkys vor, sondern in einem anderen Werke Füsslis, im dritten Band der „Geschichte der besten Künstler in der Schweiz", in einer der Biographie des Kupferstechers Jacob Frey beigeschlossenen Notiz. 5 Füssli spricht hier in Klammern von dem Augsburger Kupferstecher J. J. Sedelmayer, der mit Kupezky sein bester Freund in Wien gewesen ist. Er erzählt, wie der bedeutende Kunstfreund und Sammler Baron Konrad Adolph von Albrecht als Gegenstück zu einem Van Dyck-Porträt seiner Sammlung sein eigenes Bildnis durch Kupezky malen ließ. „Kupetzky hatte in gleicher Größe das Bildnis des Barons dazu gemalt, Kenner sagen, es seye dem Niederländer nicht nur gleich gekommen, sondern habe ihn sogar übertroffen." 13 Es ist heute kaum mehr festzustellen, welches von den drei übereinstimmenden Exemplaren die erste Variante, das Vorbild der Zeichnung gewesen ist. Im Werke Kupezkys, wie im allgemeinen bei allen Bildnismalern der Zeit, gibt es zahlreiche eigenhändige oder Werkstattwiederholungen der einzelnen Porträts. Die Warschauer Variante ist ein wenig größer als die anderen (114X 5X88). Sie kam 1945 in das Warschauer Nationalmuseum, befand sich 1933 im 4 Konrad Adolph Albrecht von Albrechtsburg wird im Manuskript „des hl. Rom. Reichs Rittern dermahligen Kayl. Rath und geordneten Residenten am Königl. Portugiesischen Hofe und hochfürstl. Curien geheimen Rath und vormals am Kayserl. Hof bevollmächtigten" genannt. "'Füssli, J. C. : Geschichte der besten Künsteier in der Schweiz. Zürich, 1770 III. 33. Der aus Augsburg gebürtige Jeremias Jakob Sedelmayer (1704—1761) war 1725—1743 in Wien tätig. (i Füssli, a. a. O. 33: „Der Baron von Albrecht maehheriger Kaiserl. Gesandte in Portugált war ein besonderer Liebhaber der Kunst und besaß eine sehr kostbare Sammlung, darunter vornemlich ein Raub der Sabinerinnen von Domenichino . . . und ein Kniestück vom van Dyck . . ." Füssli erwähnt auch, Sedelmayer „zeichnete auf einen großen Bogen Papier des Barons, sein eigenes und mein Bildnis . . ." Weder von dieser Zeichnung, noch von dem Schicksal der Sammlung ist etwas überliefert.