Kaposy Veronika szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 45. (Budapest, 1975)
GARAS, KLARA: Über Meister und Vorgänger Maulbertsch
Augustinerkirche in Wien (Abb. 27) sind charakteristische Beispiele dieser Darstellung sart. Wir kennen nicht die näheren Umstände, unter denen das Altarbild der Dorotheerkirche entstanden ist, es ist auch nicht bekannt ob bei der Einrichtung ein einheitliches Programm geltend war. Nach den Darstellungen zu urteilen müsste es sich eher um verschiedene Aufträge, am ehesten um paarweise erfolgte, handeln. Das Thema des Augustin-Bildes war aber auf jeden Eall durch die historischen Umstände genauer bedingt. Die Pestszene war grausame Wirklichkeit des Alltags. Schutz und mögliche Hilfe dagegen waren bitterste Notwendigkeit des Daseins. In den Jahren als Rottmayr für die Dorotheerkirche tätig war, wütete die Pest in Österreich und Ungarn, 1700, 1707, 1709 u. a. sind als Schreckensjahre von den Chronisten verzeichnet. Die Seuche, die Kriegsereignisse, die Verheerung von Dörfern und Städten führten zu einem allgemeinem Aufflammen der Volksfrömmigkeit. In der wachsenden Not wandte man sich um Hilfe an die Himmlischen: Gnadensäulen und Gnadenbilder wurden errichtet. Wallfahrten veranstaltet, fromme Gelübden geleistet. Es ist nur natürlich, dass unter diesen Umständen auch der hl. Augustin sich für die von der Pest heimgesuchten einsetzen musste. Der gelehrte Kirchenvater, Bischof von Hippo (354 — 430), ein besonderer Schätzer der hl. Dreifaltigkeit musste als geeigneter Vermittler zwischen den geplagten Menschen und den als besonderen Heil in Seuchennot verehrten hl. Dreifaltigkeit erscheinen. 30 Während in dem ersten Drittel des Jahrhunderts durch die Umstände motiviert auch Heilige, die sonst nicht mit der Pestseuche in Zusammenhang gebracht werden, häufig als Fürbitter in Pest not dargestellt werden, kommen Darstellungen dieser Art seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach der allmählichem Verebben der Epidemie immer seltener und nur mehr vereinzelt vor. Rottmayrs Altarbild aus der Dorotheerkirche in Budapest ist sowohl als historisches und ikonographisch bedeutendes Dokument einer bestimmten Periode, wie auch als künstlerisch eindrucksvolle und überzeugende Aussage eines hervorragenden Malers zu schätzen. Das Auftauchen dieses bisher unbekannten Werkes ist zweifelsohne ein wichtiges Glied in dem Bereicherungsprozess, den Rottmayrs Oeuvre in den letzten Jahren erfahren hat. 31 Unsere Kenntnisse um Rottmayrs 30 Auf der 1710—1712 errichteten Pestsäule, dem Dreifaltigkeistdenkmal in Buda fand unter den Schutzheiligen auch der Hl. Augustin Platz. S. S c h o e n, A. : A budavári Szentháromság szoboremlék. (Die Dreifaltigkeitssäule in der Burg Buda). Budapest, 1918 S. 12, 31 1954 war die Ausstellung Johann Michael Rottmayr, sein Werk und Leben. (Katalog. Salzburg, 1954.) veranstaltet. Seitdem erschienen unter anderen H u b a 1 a, E.: Neuaufgefundene Passauer Werke Johann Michael Rottmayrs, Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 1954 V. S. 174; Z y kan, J. : Der Einfluss Wiens auf die künstlerische Entwicklung J. M. Rottmayrs. Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege, 1954, VIII. S. 101 ; R o s s a c h e r, K. : Neue Funde zum Problem der Ölskizzen J. M. Rottmayrs, Alte und moderne Kirnst, 1965 X 79 S. 34; Pre is s, P.: Drei unbekannte Skizzen von Johann Michael Rottmayr. Alte und moderne Kunst 1965 X 79 S. 42 ; M a s e r, E. A. : Five early paintings by Johann Michael Rottmayr. Museum Studies, The Art Institute of Chicago, 1967 S. 18; Maser a.a.O. Disegni inediti di Johann Michael Rottmayr; Bulionová Kuba tova T.:K Rottmayrovym freskám v vranovském zámku. TJmeni, 1971 XIX. S. 627; P r e i s s, P.: Johann Michael Rottmayr und Böhmen. Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 1973 XVIII. S. 18.; Maser, E.: Rottmavrs Entwürfe für die Jesuitenkirche in Breslau. Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 1973 XVII. S. 5.; F i d 1 e r, T.: Rottmayr in Breslau, daselbst S.63.