Kaposy Veronika szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 45. (Budapest, 1975)

GARAS, KLARA: Über Meister und Vorgänger Maulbertsch

nicht mehr zu finden sind. Das riesige Hochaltarbild der einstigen Dorotheer­kirche, die , .Marter der hl. Dorothea" von Tobias Pock wurde auf Bitte des Pfarrers Jakob Unterstainer aus Rovereto in Südtirol im Jahre 1801 aus dem kaiserliehen Depot herausgegeben, es schmückt auch heute noch eine Kapelle der Markuskirche von Rovereto. 26 Von den beiden übriggebliebenen Altarbildern Rottmayrs, dem Hl. Augustin und dem Hl. Kilian, fehlen die Spuren. Letzteres wird bereits 1773 — 1779 in der Kirche an der Mauer hängend — also nicht mehr auf dem Altar — erwähnt, und fehlt bei der Übergabe an die kaiserliche Galerie in 1787. Das Augu­stinusbild, damals vom Galerieinspektor rechtmässig übernommen, wurde wahr­schenlich später, anderen Gemälden ähnlich, an eine neuerbaute Kirche oder an einen neuhergestellten Altar — vermutlich in Ungarn — ausgefolgt. So wird zum Beispiel im Jahre 1802 über die Abgabe von Bildern aus dem Vorrat an ungarische Kirchen berichtet.' 27 Der Aufbewahrungsort des Gemäldes während der Zeit etwa 1800 — 1945 konnte jedoch bisher leider nicht genauer festgestellt werden. Besondere Beachtung verdient das nun aufgetauchte Budapest er Altarblatt Rottmayrs auch wegen des höchst seltenen, interessanten ikonographischen Sinn­gehaltes. Heiligendarstellungen in Zusammenhang mit den Drangsalen der Pest kommen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sehr oft vor: es handelt sieh zumeist aber um Darstellungen der landläufigen Pestheiligen, des hl. Rochus, des hl. Sebastian, der hl. Rosalie oder des hl. Karl Borromeus. Letzterer wird beson­ders oft die Pestkranken tröstend verewigt, er erscheint, in Einklang mit den his­torischen Ereignissen, Almosen und die letzte Kommunion während der Pest in Mailand verteilend. Vereinzelt werden auch der hl. Kajetan (Rottmayr. Troger,) der hl. Leopold (Altomonte), der hl. Gregor und auch der hl. Johann von Nepomuk als Schutzheilige in der Pestnot dargestellt. 28 Der hl. Augustin kommt dagegen in diesem Zusammenhang nur Ausnahmsweise — nach unseren Kenntnissen — nur auf dem Gemälde Rottmayrs vor. 29 Der übliche Darstellungstyp in den zahlreichen Kirchen des machtvollen Augustinerordens in Österreich oder auch in Ungarn, Böhmen und Mähren, war eher seine Verherrlichung als Kirchenlehrer, die Medita­tionen schreibend, die Heretiker besiegend. So mahlen ihn auch Rottmayr in St. Florian, Martino Altomonte in Retz, Maulbertsch in Korneuburg. Kracker in Jasov u.a. Auch die Verherrlichung des Heiligen, seine Aufnahme im Himmel gehören zum ikonographischen Allgemeingut, Bartolommeo Altomontes Deeken­bild in Stift St. Florian, Maulbertschs vernichtetes Hochaltargemälde einst in der 2 « E n g e r t h a. a. O. S. 297, Nr. 294-295; G i o r d a n i , E. : Beiträge zu dem Gemälde »Die Marter der hl. Dorothea« von Tobias Pock in der Markuskirche von Rovere­to. Cultura Atesina, 1958 XII. S. 20. 27 F r i m m e 1, Th.: Geschichte der Wiener Gemäldesammlungen. Wien, 1898 S. 240. In den bei Engerth a. a. O. S. 297 zitierten Akten des Oberkämmereramtes aus dem Jahre 1807 der Antrag der verwitweten Gräfin Colloredo »für eine Kirche welche sie in Ungarn erbaut hat, eines der Bilder aus dem Depot der kaiserlichen Galerie verab­folgen lassen«. Es steht leider nicht fest um welches Bild es sich handelte oder wo es hin­kam. Auch diese Angabe könnte gegebenenfalls mit dem Rottmayr Altarbild aus der Dorotheerkirche in Zusammenhang stehen. 28 S. Aurenhammer, H. : Lexikon der christlichen Ikonographie. Wien, I 959 — 1967 S 260; Braunfels, W. : Lexikon der christlichen Ikonographie. Rom — Freiburg-Basel-Wien, 1973 V. S. 287, III. S. S. 409; Pig 1er, A.: Barockthemen. Budapest, 1956 I. S. 489, 1974 I. S. 446, 467 497. Mollare t, H. H. - B r o s s o 1 e t, J. : La peste, souzee méconnue d'inspiration artistique. Jaarboek. Kon. Museum vor Schone Künsten, 1965. p. 3 29 Als Fürbitter und Heil der Leprosen erscheint der HL Augustin auf Tintorettos einstigen Altarbild der Kirche San Michèle in Vicenza (heute Pinacoteca, Vicenza).

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