Kaposy Veronika szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 45. (Budapest, 1975)

EISLER, HANS, ST.: Zwei österreichische Bildwerke aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts

des Täufers aus der Golgathagruppe in der Klosterkirche zu Stams. 8 Das Knoten­motiv und die aus diesem herausschiessenden, in Bündeln gedrehten Mantelfälte­lungen sind bei dem Petrus in der Heiligen —Kreuz-Kirche in Rietz (vor 1690) und bei Johannes dem Täufer in der Pfarrkirche in Motz (nach 1695) zu verfolgen. 9 Nach diesen Bildwerken gelangen wir zu einer Maria mit dem Kind im Innsbrucker Ferdinandeum, vermutlich aus Obsteig, das am meisten unter den angeführten Beispielen in die Richtung unserer Statuen weist (Abb. 73). Bei dem Vergleich zwischen dieser von Thamasch stammenden und der in Budapest aufbewahrten weiblichen Heiligen beachtet man nicht nur die Unterschiede — die in den Propor­tionen und der abweichenden plastischen Formung der Hände und des Gesichtes auftreten — sondern auch diejenige Züge, die diese Statuen verbinden: die weich geformten Faltensäume, die leicht gelassene Haltung der Figuren, die Formung des Mantelendes der linken Seite. An der Innsbrucker Statue erblickt man die ausge­breiteten Haarsträhnen, an der von Budapest das wellige Haar und die Haarschleife die der Proportionskorrektion des etwas zu klein geformten Kopfes dient. Zwischen der Statue von Thamasch und der in Budapest besteht nicht nur ein Qualitätsunterschied. Die Proportionen, der zerbrechliche Aufbau und die etwa zarte Eleganz unseren Statuen weist auf spätere Jahrzehnte als die Schaffenszeit der grossangelegten, immer dramatischen Statuen von Thamasch. Wir halten unsere Figuren für Arbeiten eines Meisters, der die Bildwerke von Thamasch kannte, und auf demgleichen Gebiet, im Innviertel, seine Tätigkeit entfaltete, und dort seine, heute in Budapest befindlichen Statuen im ersten oder zweiten Jahrzehnt des XVIII.-ten Jahrhundert unter Verwendung von Motiven des Andreas Thamasch fertigte. Hält man eine flüchtige Musterung zwischen den unter den Einfluss von Tha­masch arbeitenden Bildhauern, so beobachtet man ein Stilphase der Entwicklung in der die Bildwerke von Johann Ruez und Johann Goerg Reusch enstanden. Dieser Phase gehören auch die beiden Budapest er Statuen an. Der Gesichtstyp des Jo­hann des Täufers von Ruez (Karlsruhe, Badisches Landesmuseum) und besonders die ganze Formgebung der Heiligen Ursula und des Apostels Jakobus in der Klos­terkirche von Buxheim, Arbeiten von Reusch, weisen auf nähere Verwandschaft mit der Heiligen in Budapest (Abb. 74). Der Lehrer von Ruez war Thamasch, 10 Reusch wird durch Ruez, dessen Schüler er vermutlich war. 11 mit Thamasch verbunden. Nach Ausweis der Schriftquellen arbeitete Reusch 1712 — 13, später 1718 in Buxheim 12 — so sind seine hier als Analogien vorgeführten Werke, die Ursula und Apostel Jakobus in demselben Jahrzehnt, wie die Statuen in Budapest, entstanden. Mit Veröffentlichung der letzteren versuchten wir ihre Abstammung im Umkreis von Reusch zu bestimmen. HANS ST. EISLER 8 Reproduktion siehe in dem Buch von (lauss: op. cit. Abbildungen 40, 51, 57. 9 Reproduktion im Gauss: op. cit. Abbildungen 81, 104. 10 S c h w a g e r, Kl.: Bildhauerwerkstätten des achtzehnten Jahrhunderts im Schwäbischen Voralpengebiet, Teil I. Tübinger Forschungen zur Kunstgeschichte. Heft. 11. Tübingen 15. "Schwager, Kl.: op. cit. 34. 12 S c h w a g e r, KL: op. cit. 27.

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