Kaposy Veronika szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 42. (Budapest, 1974)

SCHINDLER, WOLFGANG: Römischer Porträtkopf im Museum der Bildenden Künste

der neuen zukunftsträchtigen Elemente — im einzelnen durch strikte Maßregelung der Produktion, Sanktionierung der sozialen Ränge, Ausbau des Beamtenapparats, Heeres- und Steuerreform, nicht zuletzt durch die Verabsolutierung der Staatsmacht (Dominât) — den Zerfallsprozeß des römischen Imperiums aufzuhalten und sukze­sive in den Status spätantiker Gesellschaftsformen hinüberzulenken. Der Preis, der dafür bezahlt wurde, war die Ausschaltung des republikanischen Erbes, der Verzicht auf den persönlichkeitsbildenden Organismus des Staatsapparats. Die Einbuße dieser Qualität bezeichnet den Beginn einer Periode, in deren Verlauf sich ein neues Herrschafts- und Organisationsprinzip des Staates und der durch ihn zusammengefaßten Gesellschaft bewähren und stabilisieren sollte: das oströniische. Das Budapester Köpfchen markiert diesen fundamentalen EpochenemschnitL Es gehört einerseits noch der Endphase der römischen Kaiserzeit an, in der um die Bewahrung der antiken Gesellschaftsordnung gerungen wurde. Es kündigt anderer­seits die neue Ära, den Schritt zur ebenso beängstigenden wie «befreienden» Inte­gration des Individuums im Staatsgefüge spätantiken Typus' an. WOLFGANG SCHINDLER (Berlin)

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