Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 22. (Budapest 1963)

BENESCH, OTTO: Über den Werdegang einer Komposition Rembrandts

37. Rembrandt : Dor Abschied des Engels von der Familie des Tobias. Radierung Rembrandt : Az angyal búcsúja Tóbiás családjától. Rézkarc ten Szene noch an, zu viel Oberflächenbeschreibung lenkt noch von der Konzentra­tion auf das geistige Ereignis ab. In der Budapester Zeichnung skizzierte er die Szene nochmals, in engem Anschluss an das Oxforder Blatt, aber nun alles Ausser­liche weglassend, nur auf das Allerwesentlichste sich konzentrierend, um die Erschüt­terung, das plötzliche Gewahrwerden des Wunders in den Beteiligten deutlich zu machen. Dies ist ihm mit einer Direktheit, Einfachheit und Eindringlichkeit gelun­gen, deren nur der reife Rembrandt fähig war. Mensch und Tier scheinen in ihrer irdischen Substanz durch das überirdische Licht förmlich ausgelöscht ; nur einige vor Erregung zitternde Linien sind übrig geblieben, die aber alles sagen, was zu sagen ist. Mensch und Tier — denn der Hund ist ein wesentlicher Mitspieler der Szene. War er auf der Radierung uninteressiert, auf der Oxforder Zeichnung nur alarmiert wie ein die Ohren spitzender Wachthund, so gerät er hier ausser Rand und Band. Nur noch zweimal hat Rembrandt Hunde so in höchster Erregung dargestellt : in der Radierung « Der Triumph des Mardochai » B. 40 und in der Radierung « Der blinde Tobit» B. 42 von 1651 (Abb. 39). In letzterer ist es Tobias' Reisebegleiter, der den Heimkehrern vorauslief und als erster in stürmischer Wiedersehensfreude durch die offene Tür hereinstürzte, um seinen alten Herrn wiederzubegrüssen. Der Blinde, der im Lehnstuhl am Feuer sass, erkennt die Stimme seines vierbeinigen Hausgenossen und ihm wird klar : «Sie kommen ! » In freudiger Erregung springt er von seinem Sitz auf. wirft Hannahs Spinnrad um und verfehlt die offene Tür, durch die er dem Sohn sich entgegentasten möchte — ein rührendes Bild menschlicher Hilflosigkeit und zugleich unendlicher Ehrwürde und Liebe, wie es nur dem späten Rembrandt gelingen konnte.

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