Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)
FRANK STEINMANN: Steindorff in Nubien
angesehen und der Grabungspublikation auch die Bezeichnung ,Karanog' ... gegeben... Da eine Fortsetzung des Unternehmens in Aniba von Philadelphia aus nicht geplant wurde, die Nekropole des Neuen Reichs aber nicht erschöpft, die altnubischen Friedhöfe überhaupt noch nicht in Angriff genommen waren, außerdem die Stadtruine eine baugeschichtliche Erforschung dringend verlangte, wenn sie nicht ganz den Sabbachgräbern zum Opfer fallen sollte, so wandte ich mich im Einverständnis mit den Herren Woolley und Maclver, denen ich hier für ihr uneigennütziges Entgegenkommen aufrichtigen Dank schulde, an die Generalverwaltung der ägyptischen Altertümer, an deren Spitze damals G. Maspero stand, mit dem Ersuchen, der von mir geleiteten Ernst von Sieglin-Expedition die erloschene amerikanische Konzession in Aniba zu übertragen. Die Genehmigung wurde ohne weiteres erteilt, und am 18. Januar 1912 konnte ich die Arbeit beginnen..." 4 - Wie ist es nun wirklich gewesen? Haben Steindorff oder Junker oder Steindorff und Junker nicht die volle Wahrheit gesagt? Zunächst jedoch einige Bemerkungen zu der Frage: Warum hatte Steindorff überhaupt so großes Interesse, in Unternubien zu graben? Er hatte Aniba schon einmal besucht, und zwar im Jahre 1900, im Anschluß an die SiwaExpedition, die auch schon durch Ernst von Sieglin finanziert worden war. Im entsprechenden Vorbericht heißt es: „Da die für die Oasenexpedition vorhandenen Mittel dadurch, daß wir den kürzeren und billigeren Rückweg gewählt hatten, nicht erschöpft waren, so konnten wir jetzt den schon früher in Aussicht genommenen Plan, die alten Denkmäler Nubiens zu besuchen und namentlich die oberhalb Wâdi Haifa's gelegenen altägyptischen Grenzfestungen zu erforschen, zur Ausführung bringen."- Die Reise begann am 19. Februar und führte zunächst über Abydos und Theben nach Assuan, wo am 4. März noch weitere Reisegefährten hinzukamen. Am 5. März wurde dann von Philae aus per Schiff (mit einer gemieteten Dahabije - siehe Abb. 2) nach Nubien gesegelt. Die Expedition machte lediglich in Gerf Hussen, Dir und Abu Simbel Halt. Am 15. März legte das Schiff in Wadi Haifa an. Für die Weiterreise wurden Kamele gemietet, und am 17. März brach die Karawane 4 G. Steindorff, Aniba, 1. Bd., Glückstadt-Hamburg 1935, S. 19. ! G. Steindorff, Vorläufiger Bericht über seine im Winter 1899/1900 nach der Oase Siwe und nach Nubien unternommenen Reisen, Berichte über die Verhandlungen der Kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig, Phil.hist. Kl., 52. Bd., Leipzig 1900, S. 228. Zu den genannten Orten siehe die Kartenskizze (Abb. 1).