Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)

MELINDA AL-RAWINÉ KŐVÁRI: Die Verkündigungsszene in der koptischen und byzantinischen Kleinkunst - unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der Szene auf Textilien, Ampullen, Ringen und Armbändern

Auch auf Gemmen findet sich die Verkündigungsszene. So ist sie z. B. auf einer Gemme im Zentrum unterhalb eines Kreuzes wiedergegeben. 26 Auf einer Onyxgemme erscheint der Engel in Gestalt eines nackten geflügelten Genius. Die Inschriften weisen die Szene als die Verkündigung Gabriels an Maria aus: "O XAIPETIEMOS O APX EABPIHA MP 0Y". 27 Ein Siegelanhänger (prismaformiger Bergkristall) mit der Wiedergabe der Verkündigung stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. 28 Ein Holzfragment mit der Darstellung der sitzenden und einen Korb hal­tenden Maria befindet sich im Louvre. Da auf dem Fragment noch der Fuß des Engels zu erkennen ist, läßt sich die heute stark fragmentierte Darstellung als ehemalige Verkündigungsszene identifizieren. 29 2. 3. Die Bildzyklen aus dem Marienleben Der Schmuck (Annband, Ring, Gemme, Encolpion) spielte eine große Rolle in der magischen Anwendung. Die byzantinischen Ringe, die auch mit biblischen Szenenfolgen (z. B. die Verkündigung, die Heimsuchung, die Geburt Christi, die Taufe, die Kreuzi­gung, die Auferstehung, die Frauen am Grab) 30 geschmückt waren, wurden anläßlich der Eheschließung gefertigt. 31 So weist z. B. ein Ring folgende Szenen auf: die Verkündigung, die Heimsuchung, die Geburt, die Taufe, die Huldigung der Magier, die Kreuzigung (Ecce Homo), der Engel am Grab. 32 Es gibt andere nur mit der Verkündigungsszene geschmückte Ringe, die stilis­tisch sehr nahe zu einem mit den Szenen aus dem Leben Christi verzierten Sil­berarmband, das in Ägypten gefunden wurde, stehen. 33 Aus dem östlichen Mittelmeerraum (Syrien-Palestina, Ägypten) stammen mehr als zwölf Armbänder, die im 6-7. Jahrhundert gefertigt worden sind. 2 " Handbook of the Byzantine Collection, Washington DC, New York 1967, Kat. 331,6.Jh., byzantinisch ("Intaglio, Rock cristall"). 27 Z. B. in: O. M. Dalton, Catalogue of Early Christian Antiquities and Objects from the Christian East in the Department of British and Medieval Antiquities and Ethnography of the British Museum, London 1961, S. 16, Kat. 104. 28 L. Wamser-G. Zahlhaas (Hrsg.),7?o»i und Byzance. Archäologische Kostbarkeiten aus Bayern, München 1999, S. 238, Kat. 373. 2 ' Frau M.-H. Rutschowscaya gebührt dankbare Erwähnung für ihre zahlreichen Hinweise und Informationen über das Holzfragment. Literatur z.B.: M.-FI. Rutschowscaya, Bois de l'Egypte Copte. Catalogue des Bois de l'Egypte Copte au Musée du Louvre, Paris 1986, Kat. 352, S. 107. Maguire, a.a.O. (Anm. 19), S. 147-159. " G. Vikan, Art and Marriage in Early Byzantium, DOP 44 (1990), S. 145-163. ,2 Dalton, a.a.O. (Anm. 27). S. 21, Kat. 129. " J. Maspero, Bracelet-amulettes d'époque byzantine, ASAE 9 (1908), Abb. 1 : F. D. Friedman, Beyond the Pharaohs. Egypt and the Copts in the 2nd to 7th Centuries A.D., The Walters Art Gallery, Rhode Island 1989, S. 76, Abb. 2; G. Vikan, Art. medicine and magic in Early Byzantium, DOP 38 (1984), S. 74-75, Abb. 8-9.

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