Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)

MAYA MÜLLER: Schönheitsideale in der Ägyptischen Kunst

Schönheitsideale in der Ägyptischen Kunst " Gold der Stiere, Stier der Hathoren, Phallus seiner Hemesut, dem sich die Falkenweibchen gesellen, dem die Göttinnen sich zuneigen (?)." (Hymnus aufSobek, pRamesseum VI, 12,Dyn. y EINLEITUNG Die biologisch begründete Definition des Schönheitsideals, die der folgen­den Diskussion zugrunde gelegt wird, ist ein neuer Ansatz, der Anlass gibt, die physischen Eigenschaften der in der ägyptischen Kunst dargestellten menschlichen Figuren zu betrachten. Genauer gesagt, geht es um die sexuell attraktive Gestalt vornehmer junger Personen im fortpflanzungsfähigen Alter. Diese wird sonst wenig beachtet, weil sie eine meist untergeordnete Rolle spielt in der Gesamtheit der ägyptischen Kunst. Die Ägypter inte­ressierten sich aber durchaus dafür, und sie haben sie in Rundplastik und Relief in ganz unterschiedlichen Ausprägungen dargestellt, um den König, die Liebes- und Muttergöttinnen, aber auch Damen und Herren der Ober­schicht, in bestimmten Funktionen, bei denen die sexuelle Attraktivität als Metapher für männliche oder weibliche schöpferische Potenz galt, zu charakterisieren. Von Anfang an war die Phantasie besonders rege bei der Erfindung von männlichen oder weiblichen Figuren, die zugleich mit gegengeschlechtlichen Merkmalen ausgestattet sind, einem sehr bezeich­nenden ägyptischen Konzept, das körperliche Anziehung auf künstlerisch kühne Weise bei beiden Geschlechtern auf beide Geschlechter zugleich auszudrücken ermöglichte. ' J. Assmann, Ägyptische Hymnen und Gebete, Zürich-München 1975, Nr. 203B, S. 83-85.

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