Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)

FAROUK GOMAA: Ein Tempelblock aus el-Kom el-Ahmar/Scharuna in Budapest

Budapest zu dem zum Teil zerstörten Namen des Sees gehören. Vielleicht sind die beiden ebenfalls möglichen Determinative für das neulich in el-Kom el­Ahmar/Scharuna erworbene Fragment in Betracht zu ziehen, denn die ursprüngliche Länge der Kolumnen auf dem Fragment ist unbekannt. Jeden­falls kann hier nicht gn<t> m gelesen werden, wie Wessetzky es tat. Auch der Rest des Textes in der zweiten Kolumne (^Dn«) ist nicht mit Wessetzky als m jwnjt jr, sondern als m jmn.t zu lesen. Das Zeichen (1) lautet jmn, und wenn es mit dem Femininum und dem Hausdeterminativ geschrieben ist, hat es eher die Bedeutung „Verborgene Stätte'''' 1 . Das von Wessetzky als jr gelesene Zeichen am Ende der Zeile muss zu jr.t-[R r ] „das Auge des [Rê]" ergänzt wer­den, was als Beiname der Göttin Hathor häufig belegt ist 8 . In der dritten und letzten Kolumne fehlt nur das Wort nb.w. Der Text in den drei Kolumnen wäre also folgendermaßen wiederzugeben: Hw.t-hr nbt S K(>)[s] m jmn.t jr.t-[R c ] nb.(t) pt hnw.t ntrw-fnbwj ,JHathor, die Herrin des Sees der SchilffrohreJ in der verborgenen Stätte des Auges des [Rê] (d.i. Hathor als Sonnenauge), die Herrin des Himmels und die Fürstin [aller] Gottheiten*' . Die Verbindung der Hathor mit dem See der Schilfrohre erinnert uns an die zahlreichen Darstellungen in den thebanischen Gräbern, die die Göttin als Kuh aus dem Westberg durch die Papyrusstauden schreitend zeigt. Auch in ihrer Rolle als Mutter des Horus 1 " ist sie mit dem Dickicht von Chemmis, dem Geburtsort des Horus im Nildelta, verbunden." ' Vgl. auch WB I. S. 84, 10. * WB I, S. 107, 9; zum Auge des Rê bzw. dem Sonnenauge s. auch H. Bonnet, RÂRG, S. 735; vgl. K. Sethe, Zur alt­ägyptischen Sage vom Sonnenauge das in der Fremde war, UGAÄ 5/3, Leipzig 1912, 30ff. ' Zu den Beiworten der Hathor nb.t pt hnw.t ntrw nbw s. E. Chassinat, Le temple de Dendéra V/l, Texte, Le Caire 1952, S. 91. "' in der ältesten Zeit galt Hathor als Mutter des Horus; und die Verbindung zu Horus ist noch in dem Namen der Göttin zu erkennen, deren Bedeutung „Haus des Horus" lautet. " S. auch Bonnet, RÄRG, S. 279f.; vgl. auch Daumas. LA II, Sp. 1028.

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