Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens
Bevor wir den Weg ihrer Verbreitung analysieren, untersuchen wir die Frage der Schlittenkufen und ihrer Beweglichkeit. Die auffallendste und für uns problematischste Eigenart der Kornspeicher ist, daß sie auf Schlittenkufen stehen. BELLOSICS erwähnt als Grund der Beweglichkeit, daß bei der Auflösung der südslawischen Großfamilie (zadruga ) die einzelnen Familien diesen Kornspeicher mitgenommen hatten. 5 2 Dies mag ein schwerwiegendes Motiv gewesen sein, aber nur zu einer Zeit der Auflösung der Großfamilie, als sich dieser Prozeß beschleunigt hatte. 5 3 Es kam auch häufig vor, daß das Getreide zusammen mit dem Kornspeicher verkauft wurde. In solchem falle ihn der neue Besitzer in seinen Hof ziehen. Doch am schwersten fiel wohl die häufige Feuergefahr ins Gewicht. Die schilfbedeckten Hauser mit Seiten wanden aus Rutengeflecht und mit leicht brennbaren Schornsteinen waren eine ständige Feuergefahr. Wegen des eventuellen Brandschadens hat man auch anderswo die Vorratskammern weiter entfernt vom Haus gebaut. 5 4 In Mohács entstanden besonders oft Feuersbrünste. Deshalb hat der Rat bereits 1773 streng verboten, feuergefährdete Schornsteine zu bauen. 5 5 Trotzdem wurde im 19. Jahrhundert Mohács dreimal von großen Feuersbrünsten heimgesucht, zum letzten im Jahre 1862, bei der ein ganzes Stadtviertel eingeäschert wurde. 5" In solchen Fallen wurde außer den wichtigsten Kleidungsstücken in erster Linie die Ernte gerettet. Eine ähnlich große Gefahr war Hochwasser. Die Schokazendörfer lagen überwiegend im Überschwemmungsgebiet oder in der nächsten Nahe der Donau. Vor der Regulierung des Stromes und vor der Errichtung der Schutzdamme wurden die Bewohner der niedrigen Stellen jährlich von den Frühjahrsüberschwemmungen heimgesucht und mußten ihre Heimstatten verlassen. Mohács war auch immer vom Hochwasser bedroht. Im 19. Jahrhundert hat das Hochwasser mehrmals die Stadt überschwemmt und große Verheerungen verursacht. 5 7 Dennoch sollte man diesen Faktoren keine übertriebene Bedeutung beimessen. Die Schlittenkufen sind gewiß nicht zum Schutz gegen diese Gefahren entstanden, sondern umgekehrt, ihr Vorhandensein ermöglichte die gelegentliche Bewegung dieser Gebäude. Die Feuergefahr bedrohte auch anderswo die Speicher; trotzdem wurden sie nicht auf Schlittenkufen, sondern oft auf immobilen Pfählen gebaut. 58 Feuersbrunst und Hochwasser wie viele andere Faktoren begünstigten höchstens das Weiterleben dieser Konstruktion. Bei der Erforschung der Gründe für den Gebrauch der Schlittenkufen und für ihr langes Weiterleben geben wir einen Überblick über solche Gebäude auf 52. BELLOSIOS, B. 1913. 299. 53. Die Auflösung der Großfamilie hat auch anderswo in der Entwicklung des Hauses und der Wirtschaftsgebäude und sogar der Getreidespeicher Spuren hinterlassen. Im Ormánság wurden die kleineren Kammern, die früher als Nachtlager der jungen Eheleute dienten, nach der Auflösung der Großfamilie zu Kornspeichern umgestaltet. Siehe: GUNDA, B. 1949. 6 54. SCHIER, B. 1932. Kapitel »Speicher« WEISS, R. 1959. 261. 55. PAL, Közgyűlési Jegyzőkönyv, Mohács (Protokoll der Generalversammlungen, Mohács). 21. 5. 1773. 56. FÖLKÉR, j. 1900. 133-134. 57. FÖLKÉR. J. 1900. 134-136. 58. IIABERLANDT, A. 1926. 427-428. 92