Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens
Die Getreidespeicher im südlichen Teil des Karpatenbeckens Bei der Erforschung der Bewirtschaftungssysteme, Bauten, Hauseinrichtungen und Ernährung der Bauern im Karpatenhecken wurden zahlreiche Arten der Getreideaufbewahrung untersucht und veröffentlicht. Die Anlagen zur Aufbewahrung des Getreides, eines der wichtigsten Grundstoffe der Ernährung, sind ebenso mit der Geschichte des Menschen verbunden wie die Tätigkeiten zur Beschaffung der Nahrungsmittel und haben sich von den einfachsten bis zu den modernsten Konstruktionen mit dem gleichen Anspruch ausgestaltet, weil sie stets durch die gleichen Bedürfnisse bedingt waren. Die Völker des Karpatenbeckens entwickelten ihrer Lebensweise entsprechend Speicheranlagen verschiedener Qualität und verschiedenen Charakters, die - über viele Ubergangsformen - für den jeweiligen Stand der Wirtschaft und der Kultur bezeichnend waren. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war in diesem Gebiet eine breite Skala der Speicherarten bekannt, was an sich schon auf eine mehrfache geschichtliche und geographische Schichtung der Volkskultur hindeutet. Jede Volksgruppe hat entsprechend ihrer geographischen, wirtschaftlichen und geschichtlichen Bedingungen Speicheranlagen geschaffen, die uns als ethnische Eigentümlichkeiten erscheinen. Diese fügen sich nicht immer genau in die Darstellung ihres ethnographischen Bildes. In Bezug auf die Getreidelagerung kommt dem Kornspeicher (ung.: gabonás) als separat stehendem Gebäude eine hohe Bedeutung zu. Bei ihrer Untersuchung können nämlich - darüber hinaus, daß sie viele Züge der alten Kultur aufbewahrt hatten Richtung, Ursache und Intensität der in gewissen Zeiten und auf gewissen Gebieten auftretenden Kultureinflüsse bzw. interethnischen Verbindungen bestimmt werden. In dieser Arbeit wird versucht, zwei Typen der Kornspeicher, die sich sowohl nach ihrer Konstruktion als auch nach ihrer geographischen Verbreitung gut abgrenzen lassen, ethnographisch zu analysieren sowie die Ursachen und Zusammenhange aufzudecken, die ihre Verbreitung und ihre Einbürgerung in die betreffende Bauernkultur gefördert hatten. In den bunjewazischen, schokazischen und kroatischen Dörfern der Komitate Baranya und Bács-Kiskun (Südungarn) wurde das Getreide in Speichern zweierlei Bauarten gespeichert: in den kleineren Kornspeichern auf Schlittenkufen und in den massiv gebauten Speichern mit Fachwerk. Für beide Gebäudetypen ist bezeichnend, daß sie im Bauernhof separat stehen und daß sie ausschließlich zur Aufbewahrung des Getreides dienen. Beide werden ambar oder hambar genannt. Nachfolgend werden diese beiden Gebäudetypen einzeln analysiert, wobei wir versuchen, die oben angeführten Aufgaben zu lösen. 81