Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

verziert. Nicht nur die Dielenbalken, sondern auch das Kranzholz und die Bretter der Front wurden mit feinen Schnitzereien verziert. Die Diele (ganjak ) dient eigentlich nur als Zierde. Sie ist nämlich so eng und niedrig, daß sie weder für Lagerung noch zum Ubernachten geeignet ist. Das Gebäude diente lediglich zum Speichern des Getreides. In den Fächern (fijoke ) wurden verschiedene Sorten aufbewahrt. Bei größeren Kornspeichern wurde in zwei oder drei von den sechs Fächern Weizen, in den übrigen Gerste, Hafer, seltener Mais gespeichert. Der vom Vorjahr übriggebliebene Weizen wurde niemals mit der neuen Ernte vermischt, sondern immer in ein separates Fach eingeschüttet. Die kleineren Kornspeicher hatten im allgemeinen nur vier Fächer. 1 )iese konnten aber nach Belieben bis zum Kranzbalken erhöht werden. In den größeren konnten 50-60 Doppelzentner, in den kleineren 20-30 Doppelzentner Weizen gespeichert werden. Die Kornspeicher mit Diele sind in den Schokazendörfern der Umgebung von Pécs sehr häufig. In Szemely habe ich nur einen gefunden. Das Innere war in vier Fächer geteilt; in denen man Weizen und Gerste hielt. Auf einem Balken fand ich die Jahreszahl 1851; es war wahrscheinlich das Baujahr. In Szalánta sind auch heute noch mehrere Kornspeicher mit Diele in Gebrauch. Der eine ist ziemlich groß und steht auf hohem Ziegelsockel. Sein Inneres ist in sechs Fächer geteilt, deren Höhe reguliert werden kann. Ein anderer Kornspeicher unterscheidet sich von den anderen dadurch, daß nicht nur seine Scheidewände schleusenartig geteilt, sondern auch die Bretter gefalzt waren, um das Herausfallen der Körnchen zu verhindern. Die Diele ist hier halb geschlossen; ihre bei den Seiten sind mit Brettern verschlagen. In A/sószentmárton und Kásád ist die Diele manchmal von Latten umzäunt. Der Holzverzug der Front ist aber hier geschnitzt. Die Konstruktion der hier gebrauchten Kornspeicher unterscheidet sich von der anderen dadurch, daß das Ende des Korridors zwischen den Fächern mit Brettern abgeschlossen ist. Dadurch ist ein fünftes bzw. siebentes Fach gewonnen worden, in dem meistens Mehl gehalten wird. Vor allem in Bezug auf das Äußere vertreten die Kornspeicher in Alsószentmárton eine selbständige Variante, deren Diele mit Ziegeln ausgelegt ist. Diese Gebäude haben einen heterogenen Gharakter: vorne sehen sie wie ein Ziegelbau aus, seitwärts ist aber die ursprüngliche Bretterwand gut sichtbar. Die Umbauten wurden durchgeführt, als zu Jahrhundertbeginn die sich durch die Gemarkung des Dorfes schlängelnde Drau reguliert wurde und die vom Wasser befreiten Gebiete für die Landwirtschaft nutzbar gemacht wurden. Für die erhöhten Ernteertrage wurden die alten Kornspeicher zu klein. Hinter der Ziegelmauer der Front wurden noch zwei Fächer gewonnen. I)er von mir liegender Speicher oder Längsspeicher benannte Typ hat i m wesentlichen die gleiche Konstruktion wie der Kornspeicher mit Diele; der Unterschied zeigt sich nur in der Form. Auch dieser Typ ist vorwiegend in den Schokazendörfern um Pécs zu finden, vereinzelt kommt er aber auch anderswo vor. Das augenfälligste Merkmal dieses Typs ist, daß hier die Diele fehlt und die Tür an der Längsseite angebracht ist. Deshalb nenne ich diesen Typ Längsspeicher. Im allgemeinen stehen die Längsspeicher frei im Hof, in der Nähe des Wohnhauses, manchmal wurden sie aber mit anderen Wirtschaftsgebäuden (Kammer, Stall, Scheune) zusammengebaut. 100

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