Cseri Miklós, Tárnoki Judit szerk.: Népi építészet a Kárpát-medencében a honfoglalástól a 18. századig - A 2001. október 9-10-én Szolnokon megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Szolnok: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Szolnoki Damjanich János, 2001)
BENKŐ Elek: Régészeti megjegyzések a székelyföldi lakóházak középkori történetéhez
Archäologische Bemerkungen zur mittelalterlichen Geschichte der Wohnhäuser im Seklerland ELEK BENKŐ Unsere Abhandlung basiert auf der archäologischen Forschung der letzten Jahre im Seklerland. Die Forschung beschränkt sich auf den Marktflecken Székelykeresztúr (heute: Cristuru Secuiesc, Rumänien, deutsch: Ungarisch-Kreuz) und seine Umgebung. Heute wissen wir noch nicht, ob unsere mittelalterlichen Angaben für das ganze Seklerland typisch sind, oder ob sie nur für die westlichen Gebiete des Seklerlandes Schlussfolgerungen liefern. Wir wissen auch nicht - wir wollen es aber bei unseren weiteren Untersuchungen immer mehr berücksichtigen -, in wie weit die Ergebnisse aus der Umgebung von Székelykeresztúr mit den benachbarten und archäologisch praktisch unerschlossenen Komitaten (in erster Linie mit den Komitaten Fehér und Küküllö) und siebenbürgischen sächsischen Gebieten in Verbindung stehen. Die ortsgeschichtliche Forschung in Székelykeresztúr vermutete seit langem, dass die Innenstadt, die eine einzige Hauptstrasse, die sich in der Stadtmitte zu einem spindelförmigen Platz erweitert, in zwei teilt, einen mittelalterlichen Ursprung hat. Erst in den 1990er Jahren bot sich die Gelegenheit, im Zusammenhang mit geplanten Bebauungen ganze Parzellen zu erforschen. Es stellte sich heraus, dass diejenigen Häuser und Keller, die nach dem 15. Jahrhundert errichtet wurden, in den meisten Fällen den neuzeitlichen Parzellengrenzen entsprechen, die Parzellen weisen also eine mehrere hundert Jahre alte Geschichte auf. Seit den Ausgrabungen im Seklerland (auch in Székelykeresztúr) in den siebziger und achtziger Jahren gilt es als bewiesen, dass die Bevölkerung zur Arpadenzeit auch in Ostsiebenbürgen in ungeteilten, viereckigen, halb in den Boden gesenkten, mit Öfen geheizten Behausungen wohnte. Diese Funde setzten einer mehrere Jahrzehnte langen ethnografischen Diskussion ein Ende, nachdem es sich eindeutig herausstellte, dass die von der älteren ethnografischen Forschung (Zsigmond BÁTKY) vertretene Ansicht, demnach die frühen Seklerhäuser ausschließlich mit offener Feuerstelle gebaut waren, vom archäologischen Gesichtspunkt aus unvertretbar ist. Die Ausgrabungen bewiesen, dass in den Häusern der Arpadenzeit konsequent Lehmöfen gebaut waren, im Gegensatz zu den ähnlichen gegrabenen Häusern (aus awarischer/slawischer Zeit) aus der Epoche der späten Völkerwanderung, in welchen vor allem Überreste von eingestürzten Steinöfen gefunden waren. In einem halb gegrabenen Haus mit ungewöhnlicher Struktur aus dem 13. Jahrhundert, das aus gehauenen Balken errichtet und mit Ziegelofen geheizt war, müssen wir wahrscheinlich das Gebäude der kleinen sächsischen Gemeinschaft erkennen, die sich in Székelykeresztúr in der späten Arpadenziet niederließ und bald als Folge von Gewalttat vernichtet war. Das 14. Jahrhundert bedeutete in der Geschichte der mittelalterlichen Wohnhäuser in der Umgebung von Székelykeresztúr einen Wendepunkt. Im Laufe dieses Jahrhunderts wurden die gegrabenen Häuser von Häusern auf dem Boden abgelöst. Diese hatten einen oder zwei Räume, mit Lehm beworfene Bohlenwände und runde Lehmöfen. Ihre Überreste wurden in der Innenstadt von Székelykeresztúr und im benachbarten Fiatfalva aufgedeckt. Unsere Funde sowie die schriftlichen Quellen zeugen davon, dass neue, bedeutende Änderungen in der Geschichte der Wohnhäuser im Seklerland in den 100 Jahren ab Ende des 15. Jahrhunderts erfolgten. Die spektakulärste Neuigkeit war das Erscheinen von Heizeinrichtungen mit Kacheln und Schüsselkacheln. Gemäß unseren archäologischen Beobachtungen tauchen die frühen Schüsselkacheln mit charakteristischer Form ab 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts auf, die früheren Ofenkacheln sind seit dem Ende des Jahrhunderts bekannt. Da sie in zahlreichen Fundstellen in der Innenstadt von Székelykeresztúr, wie auch in den Dörfern der Umgebung nachzuweisen sind, bedeutet ihre Häufigkeit, dass nicht all diese Funde mit einem adligen Wohnsitz in Verbindung gebracht werden können. Eine andere Neuigkeit neben den die Lehmöfen ablösenden Kachelöfen ist das Vorhandensein von Kellern unter den Wohnhäusern. In der Entwicklung dieser spätmittelalterlichen, frühneuzeitlichen Häuser mit komplizierterem Grundriss spielten die Marktflecken eine äußerst wichtige Rolle, da die Einwohner, vor allem die wohlhabenderen Bürger um den Hauptplatz herum Kneipen eröffneten und Weinlager einrichteten, bzw. übten - außer der allgemeinen