Cseri Miklós, Tárnoki Judit szerk.: Népi építészet a Kárpát-medencében a honfoglalástól a 18. századig - A 2001. október 9-10-én Szolnokon megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Szolnok: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Szolnoki Damjanich János, 2001)
WOLF Mária: 10. századi település Edelény-Borsodon
Balkens der Nordwand waren deutlich zu sehen, und es ist anzunehmen, dass die Stelle des verbrannten untersten Balkens der östlichen, bzw. westlichen Wand mit Lehm aufgefüllt war. Die gefundenen Pfostenlöcher waren sehr untief, es ist also anzunehmen, dass sie nicht zur Wand gehörten. Es scheint eher realistisch, dass sie die Überreste der Holzklötze sind, die unter die Blockwand gestellt wurden. Die 20 cm dicke rot gebrannte Lehmschicht auf dem Fußboden beweist, dass mindestens ein Teil des Hauses mit Lehm beworfen war. Die Überreste dieses Lehmbewurfs haben die Stelle der verbrannten untersten Balken der Ost- und Nordwand aufgefüllt. Da die Getreideschicht über dieser verbrannten Lehmschicht liegt, meinen wir, dass die Lehmschicht und die auf den Fußboden gestürzten Balken darunter Teil der Decke waren. Wenn das Haus nämlich keinen Dachboden hätte, wäre es nicht möglich gewesen, dass das Getreide oben auf dem Schutt liegt. Die ehemalige Situation können wir uns nur so vorstellen, dass das gedroschene Getreide auf dem mit Lehm beworfenen Dachboden gelagert war und stürzte beim Brand zusammen mit dem Holz und Lehm der Decke auf den Fußboden. Es ist ähnlich im Haus Nr. 7., wo wir auf einer Fläche von 3,3 x 3 m eine 8-10 cm dicke Schicht von verbranntem Getreide, ca. einen halben Zentner Getreide gefunden haben. Auch hier lag der Brandschutt unter dem verbrannten Getreide. Demzufolge ist es anzunehmen, dass in unserer Siedlung mindestens zwei Häuser mit einem Dachboden ausgestattet waren. Aufgrund unserer Beobachtungen rekonstruieren wir das Haus Nr. 8. als ein oberirdisches Holzhaus, das an den vier Ecken von Holzklötzen unterstützt war und eine mit Lehm beworfene Decke hatte. Es gibt kaum eine andere Erklärung dafür, dass die Getreidekörner auf dem verbrannten Lehmschutt lagen. Wir sind der Meinung, dass die Pfostenlöcher am Ofenmund Spuren eines Funkenfängers sein können, der als Rauchabzug und Feuerschutz diente. Ähnliche Funkenfänger kennen wir aus der Ethnografie, sie kamen besonders häufig in den archaischen Weinkellern mit Bohlenwänden in Südtransdanubien vor. Auch wenn wir am besten die Holzstruktur eines Hauses studieren konnten, glauben wir, dass dies nicht der bezeichnende Haustyp war. Die meisten Häuser hatten eine dicke Schuttschicht aus rot gebranntem Lehm mit vielen Steinen. Dies beweist, dass mindestens gewisse Hausteile aus in Lehm gelegten Steinen gebaut waren. Der freigelegte Steinbau in der Siedlung zeugt davon, dass die Bautechnik von in Lehm gelegter Steinwand bekannt war. Da seine Wände 80 cm dick waren, setzen wir voraus, dass der Bau entweder nicht sehr hoch war, oder dass der obere Teil nicht aus Stein gefertigt war. Die Überreste der übrigen Häuser liefern wenig Anhaltspunkte zur Feststellung, ob die Häuser ursprünglich Steinhäuser oder Blockhäuser auf Steinfundament waren. Die gefundenen Balkenüberreste sind eher Teile des Daches, worauf wir von ihrem Fundort folgern können. Aufgrund der Analyse des ziemlich unversehrt erhalten gebliebenen Steinbaus vermute ich, dass wir die meisten Häuser der Siedlung in Borsod als Blockhäuser auf Steinfundament rekonstruieren dürfen. Die Funde, die im Schutt der Häuser gesichert wurden, lassen die Siedlung von Borsod eindeutig in das 10. Jahrhundert datieren. Die Keramikfunde, der einfache Schmuck, das mit Palmettenmotiv geschnitzte Pferdegebiß aus Knochen liefern Beweise dafür, dass das Dorf im 10. Jahrhundert existierte. Aber auch die naturwissenschaftlichen Untersuchungen unterstützen diese Aussage. Alle freigelegten Häuser dieses Dorfes aus dem 10. Jahrhundert stehen auf dem Boden und wurden aus Stein, bzw. Holz gebaut. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Siedlung der Sitz eines vornehmen Stammesfürsten im 10. Jahrhundert war. Wir konnten aber die Theorie von György GYÖRFFY nicht belegen, die besagt, dass viele Gespanschaftsburgen, die nach der Staatsgründung als Komitatszentren fungierten, bereits im 10. Jahrhundert als Sitz von Stammesfürsten errichtet waren. In unserem Fall trifft es zwar zu, dass der Ort im 10. Jahrhundert bewohnt war, es stand hier jedoch keine Burg, sondern nur eine Siedlung. Wir können ohne Zweifel behaupten, dass die im 11. Jahrhundert gebaute Burg von Borsod als Vorläufer der Sitz eines Vornehmen im 10. Jahrhundert hatte. Wir finden aber keinen Zusammenhang zwischen den beiden Formationen, außer dem gemeinsamen Ort.