Cseri Miklós, Kósa László, T. Bereczki Ibolya szerk.: Paraszti múlt és jelen az ezredfordulón - A Magyar Néprajzi Társaság 2000. október 10-12. között megrendezett néprajzi vándorgyűlésének előadásai (Szentendre: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Magyar Néprajzi Társaság, 2000)
BARNA Gábor: A világ megszerkesztése. Szimbolikus és valós világok
Die Verfassung der Welt Symbolische und reale Welten GÁBOR BARNA Die Namen von Landschaften, Flüssen und Bergen, von Siedlungen und Grenzgebieten sowie Straßen ermöglichen nicht allein eine sichere räumliche Orientierung und Bewegung. Durch sie wird die natürliche Umgebung zu einem menschlichen (humanisierten) Raum. Dadurch, daß der in/auf ihm wohnende Mensch ihm einen Namen verleiht, nimmt er ihn in Besitz. Doch der Name markiert nicht allein den Raum, sondern auch die an den Ort gebundenen Ereignisse der Geschichte einer in dem Raum lebenden menschlichen Gemeinschaft durch Denkmäler. Hierdurch formt die Geschichte die vertikale Dimension der Zeit zu einer ständigen Gegenwart der Synchronität. Aus diesem Grunde kommt der Erhaltung von historischen architektonischen Denkmälern, wie Burgruinen, Kirchen, alten Gebäuden, aber seltener auch natürlichen Erscheinungen (Felsen, Berge, Bäume, Gewässer usw.) ebenso wie der Erschaffung der über sie erzählenden Geschichten und der Errichtung von Gedenktafeln und Statuen eine ganz besondere Bedeutung und Rolle zu. Diese Dinge helfen unser Gedächtnis wach zu halten und die Erinnerungen weiterzugeben. Durch derartige Gedenkstätten wird ein Raum zu einem „sakralen" Raum, zu einem mit der Geschichte der Gemeinschaft verschmolzenen Raum und Heimatland.