Cseri Miklós szerk.: Dél-Dunántúl népi építészete - A Pécsváradon 1991. május 6-8 között megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Pécs: Szabadtéri Néprajzi Múzeum, Janus Pannonius Múzeum, 1991)

Sabján Tibor: Középkori elemek népi cserépkályháinkon

MITTELALTERLICHE STILEMENTE AN VOLKSTÜMLICHEN OFENKACHELN In dieser Studie erörtert der Verfasser die Zusammenhänge zwischen den vom ungarischen Bauerntum verwendeten Kachelöfen und den spätmittelalterlichen dörflichen Öfen. Es wird von zwei Ofentypen nachgewiesen, daß sie bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert in den ungarischen Dörfern, als Heizanlagen des Provinzadels und des Papstes vorkamen. Der eine Typ war Anfang des 20. Jahrhunderts im östlichen Teil Transdanubiens nur noch in Spuren auffindbar. Diese Topfkachelöfen waren im späten Mittelalter auf der Tiefebene und den benach­barten Gebieten Transdanubiens in Brauch. In der Bauweise, in ihrer Form und in ihrem Aufbau bewahrten sie eine mittelalterliche Praxis, deren Kontinuierlichkeit auf Grund archäologischer Ausgrabungen als bewiesen betrachtet werden kann. Der Ofenfuß sowie ihre trapezförmigen Giebelkacheln sind neuzeitlice Erfindungen, im späten Mittelalter saßen die Kachelöfen noch auf der Erde, ihr Giebel wurde mit dreieckigen Giebelkacheln belegt. Der andere Ofentyp wurde aus vierkantigen, schüsseiförmigen Kacheln aufgebaut, diese wur­den in der nahen Vergangenheit noch in breitem Kreise in Transdanubien und auf der Kleinen Tiefebene verwendet. Ihre spätmittelalterlichen Vorgänger sind vom mittleren und westlichen Gebiet Transdanubiens bekannt. Zu diesem Kreis gehörten ausch noch die beiden Kachelöfen aus dem 15. Jahrhundert, die man anhand der Ausgrabungen in Külsövat rekonstruieren konnte. Mit deren Hilfe kann die mittelalterliche Bindung der Bauernöfen der nahen Vergangenheit gut gedeutet werden. Die Form dieser Kachelöfen, die Struktur und die Anordnung der Kacheln bewahrten mittelalter­liche Traditionen. Ein Teil der gezackten Krönungen ähnelt auch diesen Vorbildern, da kann aber die Kontinuierlichkeit heute noch nicht nachgewiesen werden. Eine Renaissenceherkunft haben diejenigen aus rhythmisch wiederholten Stücken bestehenden Kränze, unter deren Zierwerk auch Delphin- und zweiköpfige Adlerfiguren vorkommen. Auch die Bauweise der Öfen bewahrt mitte­lalterliche Züge, die sich im Gewerbe ganz bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts durchsetzten. Der Verfasser weist darauf hin, daß auch die Plazierung des Kachelofens und die Einrichtung einer Schlafecke zwischen dem Ofen und der Wand aus dem Mittelalter stamment. Im letzten Teil seiner Studie führt der Verfasser die an den Kachelöfen zu beobachtenden neuzeitlichen Einwirkungen an und erwähnt auch jene volkstümlichen Kachelöfen, die keine mittelalterlichen Vorgänger haben.

Next

/
Oldalképek
Tartalom